MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Ursula und Manfred Max

Digitale Begeisterung

Ursula und Manfred Max
Technische Zeichnerin, Teilekonstrukteur

06217 Merseburg

Sie kennen sicher auch das Sprichwort, was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr. Was aber, wenn Hänschen noch nicht einmal ahnen konnte, was für den späteren Hans zum wichtigen Kriterium bei jeder Berufstätigkeit werden würde. Viele „Hänse“ hatten Schwellenangst beim Eintritt in das „Digitale Zeitalter“. Auch Ursula Max ging es so. Mit 50 Jahren sollte die konservativ am Brett ausgebildete technische Zeichnerin plötzlich am PC zeichnen. Einen Weiterbildungskurs dafür hatte ihr das Arbeitsamt vorgeschlagen. Anfangs sträubte sich Ursula Max, willigte dann aber doch ein, denn sie wollte unbedingt wieder arbeiten. Es dauerte nicht lange und auch sie wurde von „digitaler Begeisterung“ erfasst. Noch heute ist die digitale Bildbearbeitung ihr liebstes Hobby. Ursula ist im November 1942 in Büschdorf bei Halle geboren worden. Sie beendete die Erweiterte Oberschule 1959 mit dem Zeugnis der Mittleren Reife. Im VEB VAKA-Werke Halle lernte sie technische Zeichnerin und blieb bis 1963 in Ihrem Ausbildungsbetrieb angestellt. Inzwischen hatte Ursula Max 1962 ihrem Sohn Jörg das Leben geschenkt und blieb bis 1966 zuhause. In der Maschinenfabrik Halle wurde sie anschließend angestellt und ließ sich an der Betriebsakademie als Teilkonstrukteurin ausbilden. Maßstabgerecht übertrug Ursula Max die Zeichnungen für gewaltige Kälteaggregate, die in Kühlschiffe eingebaut wurden, in DINA4 Format. In Kataloge eingebunden gingen sie dann in alle Welt. Das machte die versierte Kollegin in Heimarbeit – 12 Jahre lang. Mit der Zeit war auch Jörg immer selbstständiger geworden, es gab also keinen Grund mehr zur Heimarbeit und sie ging zurück in ihr Betriebskollektiv. Bis sie 1991 wendebedingt entlassen wurde ging Ursula Max wieder in die MAFA zur Arbeit. Mit ihren PC-Kenntnissen fand sie dann noch einmal Arbeit in der Firma CAD/CAE. 2002 kam auch für sie das bittere Ende. 1987 hatte Ursula in 2. Ehe Manfred Max geheiratet. Der Ingenieur wurde im Juli 1934 in Halle geboren und hatte zunächst Feinmechaniker gelernt. In der Hochschule Merseburg und in den Leuna Werken war er beschäftigt. Gleich nach der Wende wurde Manfred Max in den Ruhestand versetzt. Jetzt hatte das Großelternpaar viel Zeit für sich und ihre Enkelkinder und auch für Halsbandsittich Lore. Aber auch diese Zeit war begrenzt. Im September 2008 ist Manfred Max gestorben. Eine Sehnsucht hat Ursula Max noch immer, einmal möchte sie nach Norwegen reisen und das Zauberland der Fjorde erleben.
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