MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Dietlind Martin
„Das Seniorenkolleg ist eine schöne Sache“
Dietlind Martin
Arndtstr. 20
08525 Plauen
Fon: 03741 / 523348
Als Kind hatte sie den Wunsch, Lehrerin zu werden. Aber es kam anders für Dietlind Martin aus Plauen im Vogtland. Die 1940 in Rötha bei Leipzig geborene Tochter einer Hausfrau und eines Geistlichen der Landeskirchlichen Gemeinschaft ließ sich nach ihrer Schulzeit (1946-1954) zur Schneiderin ausbilden. Dietlind Martin, die seit 1951 in Plauen lebt, lernte drei Jahre bei einer privaten Meisterin und arbeitete anschließend bei der Firma Mantel-Müller. 1959 fing sie in der neugegründeten PGH (Produktionsgenossenschaft Handwerk) „Elegant“ an. Im November 1962 absolvierte Dietlind Martin ihre Meisterprüfung. Im Januar 1963 kam ihr erstes Kind zur Welt. Tochter Angela ist Lehrerin geworden und lebt heute in Potsdam. Sohn Tilo, Jahrgang 1970, ist Angestellter bei einer Firma in Oelsnitz. Dietlind Martin war von 1967-2009 verheiratet mit Karlheinz (Schuhmacher, 2009 gestorben). Als Schneidermeisterin bekam sie keinen Kindergartenplatz, also machte sie Heimarbeit für ihren Betrieb. 1973 stieg Dietlind Martin im Stahlbau Plauen ein und wollte im Rahmen einer Erwachsenenqualifizierung noch einen kaufmännischen Beruf erlernen. Sie drückte zwei Jahre die Schulbank und erwarb ihren Abschluss als Facharbeiter für Schreibtechnik, hängte noch ein weiteres Jahr dran und schloss als Sekretärin ab. Die Arbeit als Sekretärin in der Fachabteilung Datenverarbeitung ihres Betriebes (MLK Plauen) bereitete ihr viel Spaß. 1980 verließ sie den Betrieb und kehrte in ihren ersten Beruf zurück. Sie fing als Schneidermeisterin in „ihrer“ PGH an und wurde dort dringend gebraucht. Nach zehn Jahren wurde das Unternehmen abgewickelt. Dietlind Martin stellte sich nun auf eigene Füße (1991-2002) und betrieb „Martins Schneiderstube“. Das Unternehmen gibt es heute noch, denn ein ehemaliger Lehrling von Dietlind Martin führt es weiter, seit sie in Rente gegangen ist. Nach dem Tod ihres Mannes verbrachte Dietlind Martin, die fünf Enkel und einen Urenkel hat, zehn glückliche Jahre mit ihrem Lebensgefährten Manfred. Leider ist er inzwischen auch gestorben. Ihren großen Garten hat sie mittlerweile verkauft. Auch das Schneidern, Reisen und Lesen sowie Autofahren musste Dietlind Martin aufgrund ihrer Sehschwäche aufgeben. Dafür freut sie sich auf die regelmäßigen Treffen mit Gleichgesinnten im Seniorenkolleg in Plauen. „Das ist für mich eine wirklich schöne Sache“, erklärt die Rentnerin. Sie ist stolz auf ihre Kinder und möchte noch lange gesund und zufrieden bleiben. Im Vogtland fühlt sie sich wohl. Dietlind Martin will nicht weg von hier. Wer ihr im Leben am meisten geholfen hat und Vorbild war, das ist ihr früherer Klassenlehrer Herr Kaden gewesen. Er lebt leider nicht mehr.