MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Roland Martin

Man muss sich aufeinander unbedingt verlassen können, geht man gemeinsam ins Feuer

Roland Martin

Thallwitzer Str. 5
04808 Thallwitz OT Böhlitz
Fon: 034263 / 708544

In der Lausitz wurde Roland Martin 1962 geboren, hier wuchs er heran. Wie fast jeder Junge hegte er den Wunsch einmal Lokomotivführer oder Polizist zu werden. Beides wurde er nicht, durchlief nach Abschluss der 10. Klasse im Kraftwerk Boxberg eine Ausbildung zum Instandhaltungsmechaniker. Unmittelbar im Anschluss absolvierte er eine vierjährige Armeezeit – seiner vorherigen GST-Mitgliedschaft und dort erlangten Vorbildung geschuldet – als Taucher. Während dieser Zeit heiratete er (1984) die Schwester seines GST-Ausbilders. Die Liebe zum Tauchsport hielt länger als diese Ehe, die im Jahr 2000 schließlich endete. Zwei Söhne wurden während der Ehe geboren, ein weiterer während der Zeit mit einer anderen Lebenspartnerin. Indessen genießt Roland Martin seine neu gewonnene Freiheit, verbringt sie mit Freunden und Sportkameraden vom Kegelverein. Aus der Armee als Obermaat entlassen, nahm er im 1984 die Arbeit bei der Feuerwehr Leipzig auf. Er hätte dort gerne die Karriereleiter erklommen, doch die Offiziersschule wollte er nicht besuchen weil die Garantie für wirklich folgende Entwicklung nicht gegeben war. Er entschloss sich deshalb die „ganz normale Laufbahn“ beizubehalten. Auf der Ostwache Leipzig absolvierte er zwanzig Jahre seinen Dienst, danach durch Umstrukturierung und dadurch bedingte Umsetzung zehn weitere auf der Westwache Leipzig. Später auf der Hauptwache stationiert, ist er heute wieder der Westwache zugeordnet. Er erinnert sich noch gut an die Zeit des Wandels in der DDR, den geplanten Einsatz gegen Demonstranten und als zusätzlicher Wachschutz in der Stasi-Zentrale Leipzig. Im Kollektiv grummelte es zu dieser Zeit heftig. Schnell wurde klar, dass man nicht jeden Kameraden wirklich so gut kannte, wie man es meinte zu tun. Vertrauen ging verloren. Ein gefährlicher Aspekt, denn schließlich kommt es im Einsatz genau darauf an, hängt aller Leben von einem ungetrübten Zusammenspiel ab. Technikmäßig erfolgten vorerst keine Veränderungen. Die ersten neuen Löschfahrzeuge kamen 1993 / 1994. Doch veränderte Gesetzlichkeiten führten zu neuen Herausforderungen und daraus resultierend zur Verbeamtung der Kameraden. Oberbrandmeister Roland Martin liebt seinen Beruf, den er bis zum 60. Lebensjahr weiter ausüben möchte. Danach will er sich seinem Garten widmen, reisen und sich weiter sportlich betätigen. Einen Teil davon macht er heute schon als Ausgleich zum Beruf, neben den Touren mit seinem Motorrad. Welche Gabe er sich wünscht, wird er gefragt. „Vielleicht nochmal die Zeit zurückdrehen“ antwortet der Feuerwehrmann, der sich mit seiner heutigen Berufstätigkeit zwar nicht den Kindheitstraum – Lokführer, Polizist – erfüllt hat, allgemeinen Jungen-Träumen jedoch damit sehr nahe gekommen ist.
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