MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Peter und Waltraud Marx

„In einem wankenden Schiffe fällt um wer stillesteht, nicht wer sich bewegt.“ (Ludwig Börne)

Peter und Waltraud Marx

Durchwehnaer Str. 16
04849 Bad Düben
Fon: 034243 / 22942

Der am 13.02.1939 geborene Peter Marx hätte am 13.02.1945 seinen Geburtstag feiern sollen. Doch stattdessen wurde seine Familie genau an diesem Tag ausgebombt und musste in Folge die Heimatstadt Pirna verlassen. Bei den Großeltern fand sie Unterschlupf. Der Junge konnte weiter die Schule besuchen. Er dachte daran Lokführer zu werden und interessierte sich auch für das Fernmeldewesen. Der Besuch seines Bruders, der bei der Volksmarine diente, weckte neue Wünsche. Er lernte den Beruf Fernmeldebaumonteur (im Fernmeldeamt Dresden), arbeitete zwei Jahre als Entstörer im Fernmeldeamt Freiberg. Indessen knapp 18 Jahre alt und mit deshalb erforderlicher Zustimmung der Eltern trat er freiwillig in die Reihen der Nationalen Volksarmee ein. Kurze Zeit später (nach Besuch der Unteroffiziersschule) absolvierte er erfolgreich einen Aufnahmetest für die Offiziershochschule. An der Funkmessschule der Luftstreitkräfte trat er seinen Dienst als Unteroffizier und Zughelfer an. 1958–1960 absolvierte er an der Offiziersschule der Luftstreitkräfte in Kamenz eine Funk-Mess-Ausbildung, beendete diese mit erfolgreichem Examen und Ernennung zum Unterleutnant. In der Radarkompanie Döbern wurde er Stationsleiter einer Jäger-Leitstation, später Oberoffizier Funk-Mess in einem Jagdfliegergeschwader. Für seine weitere Entwicklung erlangte er den Abschluss der 10. Klasse und die Hochschulreife. Er konnte so 1966–1969 die Militärakademie Dresden absolvieren und als Diplom-Militärwissenschaftler erfolgreich abschließen. Im Kommando Luftstreitkräfte, beim Chef Funktechnische Truppen, wurde er 1969–1973 als Offizier Gefechtsausbildung eingesetzt. Insofern eine schwierige Zeit, weil er 1963 seine Frau Waltraud (geb. 1945) geheiratet hatte, 1965 Sohn Andree (Offizier Luftstreitkräfte) geboren wurde und am Standort Strausberg keine Wohnraumversorgung für die junge Familie möglich war. Zu dieser Zeit wurde gerade die Bataillonsbildung in den funktechnischen Truppen durchgesetzt und es ergaben sich neue Perspektiven die beruflichen Herausforderungen mit den privaten Wünschen zu verbinden. Nachdem Peter Marx 1973–1974 einen Spezialkurs am zentralen Offizierskurs der funktechnischen Truppen der Sowjetarmee absolviert hatte, wurde er Stabschef im Bataillon (ein Jahr auch Kommandeur). 1979 reichte er ein Versetzungsgesuch ein, mit dem Ziel einer neuen Planstelle und Möglichkeit der Beförderung im Dienstgrad. An der Militärtechnischen Schule in Bad Düben wirkte er folgend erst als Hauptfachlehrer, dann als Fachgruppenleiter mit Verantwortung für die Funk-Mess-Ausbildung der Unteroffiziere und Fähnriche der funktechnischen Truppen – bis zur politischen Wende in der DDR. Als Oberstleutnant der Bundeswehr schied er am 31.12.1990 aus dem aktiven Dienst aus – mit einer Abfindung von 2000 Mark nach 34 Dienstjahren. Was nun, war die Frage. Für seine Frau war die nicht neu, hatte sie sich doch schon öfter neu orientieren und ihre beruflichen Tätigkeiten den Möglichkeiten des Dienststandortes ihres Mannes anpassen müssen. Als Facharbeiterin und Ingenieurin für Glashüttentechnik arbeitete sie. Als Deutschlehrerin schulte sie ausländische Werktätige in der DDR. Seit 1989 ist sie als Promotionskraft für verschiedene Firmen selbstständig tätig. Die Arbeit macht noch Spaß, obwohl sich mit den Jahren die Umgangsformen der Menschen negativ verändert haben, wie sie berichtet. Peter Marx fand über kleine Umwege neue Herausforderung als Baumarkt-Einrichter, Einrichtungsleiter im In-und Ausland, arbeitete im Ladenbau bis 2012. Der ehemalige Kraftsportler und Leichtathlet (Vize-Armeemeister) nutzt heute die freie Zeit gemeinsam mit seiner Frau für Garten, Sauna, Sport und Wandern. Mit Aufrichtigkeit, Zuverlässigkeit und Konsequenz hat das Ehepaar seinen Lebensweg erfolgreich beschritten. Sohn Andree tat es ihnen nach und macht seine Eltern stolz.
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