MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Hedwig und Klaus Matthei
Ausgeprägte Familienmenschen
Dipl.-Ing. (FH) für Chemieanlagenbau i. R.
Geschäftsfrau i. R.
Hahnstückenweg 12
06749 Bitterfeld
Fon: 03403 / 23982
Klaus Matthei wurde am 15.07.1940 in Niemegk Kreis Bitterfeld geboren und wäre, wie schon sein Großvater, gern Bäcker geworden. Dies redete ihm Opa aufgrund der Schwere des Berufes aus. So ergriff der Enkel an der Farbenfabrik eine Schlosserlehre, blieb im Betrieb.
Nach Feierabend begann er, an der Ingenieurschule Köthen (Abendstudium) zu studieren, weigerte sich 1 ½ Jahre später, einer Initiative der Freien Deutschen Jugend Folge zu leisten und wurde daraufhin exmatrikuliert. Wiederum in den Abendstunden absolvierte er seine Zweitausbildung zum E-Schweißer. 1962 kam er der gerade eingeführten Wehrpflicht nach und kehrte in den Betrieb zurück. Erneut nahm er ein Abendstudium in Angriff. Diesmal wurden Klaus Matthei keine Steine in den Weg gelegt. 1970 erhielt er den Abschluss als Ingenieur für Chemieanlagenbau und wurde später nachdiplomiert.
Im Werk Nord als Abschnittsingenieur eingesetzt, wurde er im Folgenden an neu erbauter Anlage als Abteilungsleiter Instandsetzung eingesetzt und schied im Millenniumsjahr aus dem Berufsleben aus.
Ehefrau Hedwig erblickte das Licht der Welt am 07.03.1942 in Bortochow, dem heutigen Polen. Nach vielen kriegsbedingten Unruhen, beendete sie die achte Klasse, besuchte die Handelsschule und begann als Fakturistin.
Geheiratet hatten Hedwig und Klaus Matthei 1960. 1965 stieg sie in Lebensmittelgeschäft der Schwiegereltern ein. Als selbige 1978 eine Filiale der Handelsorganisation übernahmen, widmete sie sich über fünf Jahre neuer Tätigkeit als Erzieherin, doch das in ihr schlummernde Verkaufstalent erwachte abermals.. Bei „Exquisit“, damals Nobelmodegeschäfte der DDR, übernahm Hedwig Matthei einen Wäschesalon.
Mit wendebedingtem Niedergang dieser Läden, nutzte sie die Zeichen der Zeit, half beim Aufbau dreier Boutiquen. Eigentlich ging sie mit 63 Jahren in Rente, arbeitete jedoch noch fast bis zum 66. Lebensjahr halbtags und nutzte die verbleibende Zeit zur Pflege der Mutter.
Für Mattheis folgten auf Hochzeiten immer wieder Jahre der Tiefschläge. 1978 musste ihr Heimatort Niemegk der Kohle weichen. Ein neuer Anfang wurde mit dem Kauf eines Hauses in Bitterfeld gemacht. Ihr wunderbares, mit viel Zeit und Aufwand gestaltetes Eigenheim fiel der Hochwasserkatastrophe 2002 zum Opfer und die gesamte Arbeit musste von vorn beginnen.
Von ihren drei Söhnen Heik, Kai und Roy wurde ihnen ihr Erstgeborener 2013 durch Tod genommen. Doch irgendwann lernten es die Eltern, wieder nach vorn zu schauen und sie erfreuen sich als ausgeprägte Familienmenschen an fünf Enkeln und 3 Urenkelkindern.
Die Pensionäre wünschen sich noch viele schöne Ehejahre, welche stets von einem Highlight begleitet sein werden. Seit seinem Studienende, findet jährlich ein Ingenieurstreffen mit Partnern statt und über die vielen Dekaden verschmolzen alle Teilnehmer zu einer verschworenen Gemeinschaft von Freunden, die fest zusammen halten.