MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Christine und Wilfried Marx

Den Lebensfaden immer wieder neu knüpfen

Christine und Wilfried Marx

Fachverkäuferin
Druckgießer und Schmelzer i. R.

04720 Döbeln

Zschepplitzer Str. 18 a

Fon: 03431 / 615599

Christine Marx wird 1947 in Döbeln geboren und lebt bis heute sehr gern in ihrer Stadt. Ihre Mutter arbeitet bei einem Bauern Philipp, der Vater, ein gelernter Maurer, ist bis zu seinem Tod beim Betriebsschutz angestellt. Da es zu Hause ziemlich eng ist, zieht Christine Marx mit zehn Jahren zu ihren Großeltern. Mit 14 Jahren führt sie hier den Haushalt. „Von meiner Großmutter habe ich alles gelernt, was ich heute kann“, erinnert sie sich. Nach der achtjährigen Schulzeit erlernt sie von 1964 bis 1967 den Beruf einer Fleischfachverkäuferin, seit ihrer Kindheit ist sie fasziniert vom Beruf der Verkäuferin. Zur Lehrausbildung gehören auch Einsätze auf einem Schlachthof. Doch bald kann sie es nicht mehr mit ansehen, wie hier Lebewesen getötet werden und wird von diesem Teil der Ausbildung befreit. Doch sie liebt ihren Beruf und gibt bis heute das Arbeiten als ihre Lieblingsbeschäftigung an. Christine Marx ist bis 1973 in ihrem erlernten Beruf tätig und wechselt anschließend zur Bäuerlichen Handelsgenossenschaft (BHG) in Döbeln. Das Betriebsklima ist hier sehr gut, viele Menschen haben den Betrieb von Anfang an unter Inkaufnahme großer persönlicher Entbehrungen mit aufgebaut. Diese Zeit ist für Frau Marx bis heute der schönste Abschnitt in ihrem beruflichen Leben. „Wir haben inmitten der Dorfbevölkerung gearbeitet, die Menschen waren noch nicht so abgehoben, wie heutzutage“, erinnert sie sich. Nach den gesellschaftlichen Umbrüchen der Jahre 1989 und 1990 erlebt die langjährig erfahrene Fachkraft die neuen Eigentümer als „Leute, die alles besser machen wollen“ und die ihre Macht letztendlich dazu missbrauchen, „um alles falsch zu machen“. Sie muss zwei Insolvenzen erleben, das bisherige gute Betriebsklima wird zerstört. Ihren Mann Wilfried hat Christine Marx 1968 geheiratet, man kennt sich seit dem 14. Lebensjahr. Im Jahr 1969 wird die Tochter Kerstin, im Jahr 1982 der Sohn René geboren. Wilfried Marx ist gelernter Facharbeiter für den Betriebs- und Verkehrsdienst der Deutschen Reichsbahn und arbeitet bis 1990 im DBM als Druckgießer und Schmelzer im Dreischichtsysytem. Er erinnert sich sehr gern an den damaligen Werkleiter, für den er sehr gern gearbeitet hat. Christine und Wilfried Marx haben die Wendezeit begrüßt, aber sie bestehen auch darauf, dass sie auch aus ihrem Leben in der DDR eine Menge gemacht haben. Sie sind stolz auf ihre Kinder und pflegen ein gutes Verhältnis zu ihren Nachbarn. Christine Marx sieht sich bis heute als „die große Henne“, sie ist sehr harmoniebedürftig. Beide Eheleute sehen es als Glück an, dass sie in ihrem Leben immer wieder den Lebensfaden gefunden haben, wenn der zu reißen drohte.
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