MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Reinhard Marx

Drei Wenden im Leben

Reinhard Marx

Vertrauensmann der HUK-COBURG
Johann-Gottfried-Galle-Str. 11
06773 Gräfenhainichen
Fon: 034953 / 25410
Fax: 034953 / 25413
Funk: 0172 / 7839120
Internet: www.HUK.de/vm/Reinhard.Marx
E-Mail: Reinhard.Marx(at)HUKVM.de  

1946 in Küstrin, dem heutigen Polen geboren, erinnert er sich an die Erzählungen der Eltern, die Odyssee der Vertreibung betreffend. Kriegsdienst hatten sie noch leisten, mit 300 Menschen in einer Flüchtlingsbaracke ausharren müssen, bevor die Verladung in Güterwaggons erfolgte mit Kurs auf Deutschland. Der Zug hielt in Bitterfeld. Von hier aus erfolgte die Verteilung der Familien auf ganz Deutschland.

1953–1963 besuchte der junge Reinhard die 10-klassige Oberschule. Schlosser oder Kfz-Schlosser wollte er werden. Eine solche Lehrstelle zu erhalten war nicht einfach, die Anzahl begrenzt. Es gelang und so lernte er in der PGH Motor Gräfenhainichen 2 ½ Jahre den Beruf des Kfz-Schlossers. Nach erfolgreichem Abschluss „lockte die Welt“, sagt er heute und so verpflichtete er sich nach seinem regulären Grundwehrdienst als Soldat auf Zeit, absolvierte die Meisterschule als Voraussetzung für seine Ausbildung zum Unteroffizier. 10 Jahre diente er im Wachregiment Berlin, erlangte später einen Abschluss an der Ingenieur-Hochschule Bautzen – gute Voraussetzung, als er 1979 den Wunsch verspürte nach Gräfenhainichen zurückzukehren, hier eine Arbeit aufzunehmen. In der Zentralwerkstatt – dem Reparaturbetrieb für den Tagebau – reparierte er bis 1992 Kohle- und Abraumwagen. Nebenberuflich hatte er im Versicherungswesen begonnen, weil er weitsichtig erkannte, dass seine Arbeitskraft in Zukunft im Betrieb nicht mehr gebraucht sein würde. Eine gute Entscheidung, wie er aus heutiger Sicht sagen kann. Er kündigte, machte aus seiner nebenberuflichen eine hauptberufliche Tätigkeit. 1995 wurde ihm auf Grund seiner Praxiserfahrungen der Versicherungskaufmann zuerkannt und somit „vom Fach“ arbeitete er für die Nürnberger Versicherung, die Gothaer und schließlich die HUK-Coburg. 2002 wurde er auf Grund schwerer Erkrankung EU-Rentner, betreibt sein Gewerbe seither wieder nebenberuflich. Ein Glück, wie er sagt, denn die Rente ist begrenzt für die Menschen in den neuen Bundesländern – auch noch 20 Jahre nach der Wende. Positiv ist seither, dass man sich freier bewegen kann. Negativ empfindet er, dass weniger Sicherheit gegeben ist. Zwei Wenden hat er erlebt, meint er: Die erste nach dem Krieg, als die Eltern jeden Groschen zweimal umdrehen mussten, als Spätaussiedler wie Flüchtlinge behandelt wurden, die zweite 1989. So entwickelte er selbst ein ausgeprägtes soziales Engagement, das seine Kunden heute in seiner beruflichen Tätigkeit spüren können. Er genießt das Zusammensein mit der Familie: Frau Renate, Tochter Bianca, Sohn Steffen und den vier Enkelkindern. Wenn man dem Tod – wie er – sozusagen von der Schippe gesprungen ist hat man in vielen Dingen eine ganz neue Sicht auf die Zeit, erlebt sozusagen seine zusätzliche ganz persönliche, private Wende.

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