MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Volkmar Manß
„Heimat ist da wo ich verstehe und wo ich verstanden werde.“ (Karl Jaspers)
Agrotechniker / Mechanisator
07768 Reinstädt
In Jena 1959 geboren, wuchs Volkmar Manß in Reinstädt auf, wo er heute noch lebt. Sechs Jahre besuchte er die Schule in dem kleinen Ort (ca. 295 Einwohner) und erklärt: „Genau hier wo wir jetzt sitzen bin ich eingeschult worden. Das war früher die Dorfschule. Der Lehrer wohnte in ihr...“ Die weiterbildende Polytechnische Oberschule beendete er in Kahla. Die Eltern hatten einen eigenen Hof, was sein Interesse für die Landwirtschaft zeitig wachsen ließ. Der Wunsch in der Landwirtschaft einen Beruf zu lernen war dadurch geweckt und wurde realisiert mit einer Lehre in der LPG Pflanzenproduktion Buchau. Mit dem Facharbeiterbrief Agrotechniker / Mechanisator in der Tasche kehrte er nach Reinstädt zurück und nahm die Arbeit in der LPG Tierproduktion Kahla auf. Bis zur politischen Wende in der DDR arbeitete er im Bereich Futtermitteltransport. Er erlebte die wendebedingten Veränderungen in der Landwirtschaft mit, wollte aber in der neu gegründeten Agrargenossenschaft nicht weiter tätig bleiben. Der Wechsel in einen privaten Baubetrieb versprach finanzielle Besserung des Einkommens und eine abwechslungsreichere Tätigkeit. Zudem war der Nachholbedarf in der Bevölkerung groß, brachte einen Boom beim Eigenheimbau mit sich und dem zur Folge auch die Aussicht auf eine langfristige Beschäftigung in der Baubrache. Doch 15 Jahre später wurde die Firma geschlossen, weil der Inhaber in Rente ging. Volkmar Manß’ Arbeit in der Montage von Eigenheimen wurde daher dort auch nicht mehr benötigt. In Folge war er in mehreren anderen Firmen kurzzeitig beschäftigt. Doch die übergroße Nachfrage der Nachwendejahre hatte sich gelegt, das Auftragsvolumen war in den Baubetrieben eher rückläufig. Firmen schlossen, gingen teilweise in die Insolvenz (auch die Zahlungsmoral der Kunden hatte neue Werte erreicht), oder beschäftigte ihre Mitarbeiter nur befristet. Als Volkmar Manß die Ausschreibung einer Stelle als Gemeindearbeiter in Reinstädt zur Kenntnis gelangte, bewarb er sich und erhielt vom Gemeinderat die Zusage für diesen Arbeitsplatz. Der ehrenamtliche Bürgermeister (seit 2010) und Vorsitzende des Feuerwehr- und Kultur-Vereins engagierte sich zu der Zeit bereits viele Jahre in der Gemeinde (Winterdienst, Bau des Vereinshauses, Erhalt der Kemenate Reinstädt). Man vertraute ihm und baute auf ihn. Im Jahr 2016 erhielt er das Bundesverdienstkreuz für seine ehrenamtliche Arbeit. Er lebt für seinen Heimatort, lobt die gute Lage, die vielen Wanderwege und die gute Anbindung. Ehefrau Iris, mit der er seit 1979 verheiratet ist, unterstützt ihn bei seinem Engagement, das sich zum „24-Stunden-Job“ entwickelt hat, wie er sagt. Er ist stolz auf das was im Ort geschafft und geschaffen wurde. Auch Tochter Beatrix (geb. 1980), als eine Einwohnerin von Reinstädt, weiß das zu schätzen. Der Besuch von Flohmärkten entspannt ihn. Die wenige freie Zeit verbringt er mit seiner Frau. Gesund möchte er bleiben, und ansonsten „soll alles so bleiben wie es ist“, teilt er mit.