MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Dr. Petra und Christine Marby
„Die Erfahrung ist wie eine Laterne im Rücken; sie beleuchtet stets nur das Stück Weg, das wir bereits hinter uns haben.“ (Konfizius)
Susigker Str. 21
06846 Dessau-Roßlau
Fon: 0340 / 631387
Christine Marby, 1950 geboren, besuchte acht Jahre die Polytechnische Oberschule und absolvierte im Anschluss vier Jahre an der EOS (Erweiterte Oberschule) eine Ausbildung Abitur mit Berufsausbildung. Vier Jahre Studium Berufspädagogik / Technische Chemie an der TU Dresden folgten. Mit dem Diplom in der Tasche wurde die junge Frau von der Studienlenkung nach Bernau vermittelt, war hier für sechs Jahre an einer kommunalen Berufsschule tätig. Ab 1976 als alleinerziehende Mutter die Betreuung und Erziehung von Sohn Daniel (Informatiker) mit bedenkend, reiften erste Überlegungen zu beruflichen und räumlichen Veränderungen, die im Umzug nach Dessau und der Arbeitsaufnahme im dortigen Gasgerätewerk mündeten. Motivator war in dem Fall auch Schwester Petra, mit der sie heute gemeinsam ein Haus bewohnt. In der Lehrlingsausbildung tätig, unterrichtete sie die Fachfächer Lebensmitteltechnik und Technologie bis zur Wende. Diese brachte große Veränderungen. „...an Grundfesten wurde gerüttelt, aber man hatte schnell raus, dass die anderen auch nur mit Wasser kochten....“, erzählt Christine Marby und von Weiterbildungen, eigener Neuorientierung und umfassenden Unterrichtsvorbereitungen um den veränderten Anforderung gerecht werden zu können. Bis 2010 unterrichtete sie, ging dann in den Ruhestand. Den heutigen Förderalismus in der Bildung empfindet sie für die Entwicklung der Kindern nicht förderlich.
Dr. Petra Marby, 1943 geboren, wollte von jeher Medizinerin werden. Nach dem Abitur absolvierte sie ein praktisches Jahr, nahm dann ein 6-jähriges Medizinstudium an der Akademie Dresden auf. Auf Grund guter Studienergebnisse und mit der Ausnahmemöglichkeit der unmittelbaren Promotion, stellte sie sich dieser Aufgabe erfolgreich. Der Wunsch Kinderärztin zu werden und das Glück vom Bezirk Halle die Möglichkeit zu erhalten in Dessau diesen Wunsch zu verwirklichen, führte sie an den heutigen Wohnort. Eine eigene Familie gründete sie nie, was an den Herausforderungen des Berufes lag, wie sie berichtet. Schichtdienste, Bereitschaftsdienste, Teilnahme an Kongressen waren nicht vereinbar mit einer Familiengründung. Die Jahre 1969–1974 waren der Facharztausbildung vorbehalten. Die Wendezeit erlebte Frau Dr. Petra Marby als Oberärztin und die letzten Berufsjahre als Chefärztin im Städtischen Klinikum Dessau. Bei Vorträgen und Gesprächen während Kongressen wurde es zur Gewissheit, dass die medizinische Entwicklung in der DDR(insbesondere auf dem Gebiet der Vorsorge, z. B. die Mütterberatung) der in der BRD in nichts nachstand. Medikamente wurden für die Kinder vollständig zur Verfügung gestellt. Dass das heute nicht mehr immer so ist, entzieht sich ihrem Verständnis. Es freut sie, heute Erwachsenen zu begegnen, denen sie in Kinderjahren helfen konnte, so wie auch Schwester Christine sich über die berufliche Lebensleistung freut. Als Glück bezeichnen beide „Gesundheit und eine innere Zufriedenheit“ und letztere gibt ihnen der Rückblick auf ein erfülltes Leben.