MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Willi und Eva Marschall
Leidenschaft Sportboote
Schlosser, Schweißer, Schiffsmodellbauer
Fachverkäuferin
Südstr. 5
04668 Grimma
Fon: 03437 / 915426
Im schlesischen Alt-Kranz (Landkreis Glogau) kam Willi Marschall 1935 zur Welt. Wie seine vier Geschwister spielte er im Kuhstall, denn die Eltern arbeiteten auf dem dortigen Rittergut. In der Schule lernte er noch den Rohrstock des Lehrers kennen. Im Februar 1945 ging die Flucht vor der nahenden Front, von ihm eher als Abenteuer erlebt, bis ins sächsische Oederan. 1949 wechselte die Familie ins mittelsächsische Nimbschen bei Grimma. Eine Stellmacherlehre wurde begonnen, aber nicht zu Ende geführt, denn nun zog ihn die Abenteuerlust in den westlichen Teil Deutschlands, wo bereits zwei Brüder lebten, er als Gelegenheitsarbeiter Geld verdiente. 1955 kehrte er gen Elternhaus zurück, jobbte in der Maschinen-Traktoren-Station (MTS) und bei der Staatlichen Handelsorganisation (HO) und fand dann für neunzehn Jahre bei der Produktionsgenossenschaft des Handwerks (PGH) Bau vielfältige Aufgaben, konnte Schweißerpass und Anerkennung als Schlosser wie als Berufskraftfahrer erwerben. 1982 wechselte er als Fahrer und Hausmeister zur Sozialversicherung (SVK), die nach der Wende zur Allgemeinen Ortskrankenkasse (AOK) überführt wurde. Für die AOK wirkte er bis zum Vorruhestand 1994 als Kurierfahrer. Seit 1974 hatte er sich dem Schiffsmodellbau gewidmet, bis vor zwei Jahren betreute er noch den Nachwuchs in diesem Bereich in schulischen Arbeitsgemeinschaften. Sohn Jörg schaffte es 1982 in Magdeburg sogar zum Juniorenweltmeister in diesem Sport.
Seine Frau wurde als Eva Walter 1937 im erzgebirgischen Hermsdorf geboren. Nach dem Schulbesuch ging sie für sechs Jahre beim Arzt der Nachbargemeinde in Stellung, wollte dann ein aufregenderes Leben kennlernen und wechselte nach Leipzig, wo sie beim Großhandel Arbeit fand. Willi Marschall lieferte als Kraftfahrer jene Eier an, die sie stichprobenartig zu durchleuchten hatte. Aus der netten Bekanntschaft wurde 1962 eine dauerhafte Ehe, die nun schon „goldene“ Zeiten erleben durfte. 1962 brachte sie Tochter Petra, zwei Jahre später Sohn Jörg zur Welt (inzwischen sind drei Enkelkinder dazu gestoßen). Da ein Kindergartenplatz nicht zur Verfügung stand, ergänzte sie mit Heimarbeit für die Papierfabrik das Familienbudget. Dann wirkte sie elf Jahre im Lager der Bäuerlichen Handelsgenossenschaft (BHG), erhielt die Anerkennung als Fachverkäuferin, wechselte dann zur Konsum-Genossenschaft und arbeitete in den letzten Jahren bis zum Vorruhestand wie ihr Ehemann für die AOK.