MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Dr. Erwin und Christa Marquardt
Forschungsergebnisse in Innovationen verwandeln
Rembrandtstr. 1
06114 Halle / Saale
Fon: 0345 / 5221674
Dr. Erwin Marqardt lernt in seiner Kindheit noch eine Schule kennen, in der mehrere Klassenstufen in einem Raum unterrichtet werden. Am Ende des Krieges steigt der Zustrom der Flüchtlinge, so dass in einer Klasse zeitweilig bis zu 80 Kinder sitzen. Nach dem Abschluss der siebenten Klasse erlernt Erwin Marquardt in den folgenden zwei Jahren den Beruf eines Maschinenschlossers und besucht gleichzeitig jeden Abend in der Woche die kostenlose Volkshochschule. Am Ende schließt er die Wissenslücken des Anfangs und beendet die Ausbildung mit besten Ergebnissen. Der junge Mann wird zur Arbeiter- und Bauernfakultät nach Greifswald delegiert und erreicht nach nur zwei Jahren in einer „Springerklasse“ die Hochschulreife. Im Jahr 1960 schließt er sein Studium an der Hochschule für Schwermaschinenbau in Magdeburg als Diplom-Ingenieur in der Fachrichtung Schweißtechnik ab. Gerade nach 1990 wird ihm klar, was die in den Anfangsjahren noch sehr arme DDR für ihn und andere junge Menschen getan hat und empfindet noch heute eine tiefe Dankbarkeit dafür. Ein Stipendium von mindestens 180 Mark sichert über die gesamte ABF- und Studienzeit seinen Lebensunterhalt. Später arbeitet Erwin Marquardt am Zentralinstitut für Schweißtechnik der DDR in Halle. Durch glückliche Umstände entgeht er dem Wehrdienst. 1962 lernt er seine spätere Frau Christa kennen, die er 1963 heiratet. Ein Jahr später wird die Tochter Katrin geboren, die heute als Diplom-Ingenieurin für Werkstofftechnik tätig ist, 1969 folgt deren Schwester Rita, diese studiert Musik und unterrichtet heute an der Musikschule in Bernburg. Inzwischen gehören fünf Enkelkinder zur Familie. Erwin Marquardt ist an seinem Institut Forschungsbeauftragter und bearbeitet ein bestimmtes Gebiet mit dem Ziel, neue rationelle Schweißtechnik zu entwickeln, und sie in die Industrie zu überführen. Erwin Marquardt meldete über 30 Patente an. 1971 promovierte er auf dem Gebiet „Schweißen von Zr Nb 2,5“ zum Dr.-Ing. mit dem Ergebnis magna cum laude. Je besser die Arbeits- und Forschungsergebnisse sind, desto größer wird auch der fachliche Spielraum. Mit Stolz erinnert sich der Ingenieur daran, wie er mit seinen Kollegen ein neues Schweißverfahren entwickelt hat. Dieses Verfahren von 1972 wird noch heute unter anderen Anwendern von einer Firma aus den USA genutzt. Über 25 Jahre war Erwin Marquardt verantwortlich für die internationale Zusammenarbeit im RGW auf dem Gebiet des Plasmaschweißens. Nach der Wende berief ihn der DVS (Deutscher Verband für Schweißtechnik) in den Fachausschuss „Schweißen mit nicht abschmelzender Elektrode“. Erwin Marquardt scheidet 1995 aus seinem Institut aus, er will jungen Menschen nicht im Wege stehen. Christa Marquardt besucht nach dem Abitur an der Friedrich-Schiller-Oberschule in Weimar eine landwirtschaftliche Fachschule und arbeitet später als wissenschaftlich-technische Assistentin in Halle auf dem Gebiet der Kleintierzucht. Ein Fernstudium auf dem Gebiet der Pflanzenproduktion an der Universität Halle schließt sie mit sehr gut ab. Nach 1990 arbeitet Christa Marquardt im Computerkabinett für Agrarinformatik an der Martin-Luther-Universität Halle und beendet Ende 1998 ihr Arbeitsleben. Den Jahresurlaub nutzte die Familie zum Zelten und Angeln in Mecklenburg. Das ZIS Halle stellte seinen interessierten und berechtigten Wassersportlern Boote zur Verfügung. Seine Familie genoss den Urlaub in Mecklenburg auf einem 20 m2-Jollenkreuzer. Als Rentner haben nun beide mehr Zeit aktiv ihren Angelsport zu betreiben, elf Jahre in Norwegen und nun wieder in Mecklenburg, auch zusammen mit den Enkelkindern wenn sie Ferien haben.