MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Horst Markgraf

Er ging dorthin, wo er gebraucht wurde

Horst Markgraf

Ehemaliger Polizist und Angehöriger des Wachschutzes
Allee der Kosmonauten 80

12681 Berlin

Horst Markgraf, 1929 in Staßfurt/Sachsen-Anhalt geboren, ist ein freundlicher Gesprächspartner. Bereitwillig und ausführlich berichtet er aus seinem Leben. Nachdem Vater Robert für „Volk und Vaterland“ im Krieg gefallen war, musste Mutter Martha für Tochter und Sohn alleine sorgen, was ihr sehr schwer fiel. Dennoch schenkte sie Horst eine kleine Eisenbahn. Nach Beendigung der Volksschule 1943 wurde er dienstverpflichtet, arbeitete unter anderem in einer Autowerkstatt. Wie fast alle männlichen Jungendlichen war auch er Hitlerjunge. „Nach dem Krieg trat ich in die Fußstapfen meines Vaters und begann eine Tischler-lehre. Leider konnte ich sie aus gesundheitlichen Gründen nicht beenden. Dann arbeitete ich im Staßfurter Kaliwerk, wie meine Mutter auch. Da habe ich bis 1951 Salz verladen und war in der Freiwilligen Feuerwehr des Betriebes aktiv. Weil Leute für den Wachschutz gesucht wurden, wechselte ich zur Sodafabrik in meiner Heimatstadt, später nach Calbe, zum ersten Niederschachtofen der DDR. In dieser Zeit war ich schon bei der Polizei“, erzählt Horst Markgraf. 1971 zog er mit Ehefrau Rosemarie ins DDR-Berlin und war in vier Schichten für die Bewachung und den Schutz von Botschaften zuständig. Seine Frau arbeitete als Reinigerin im Theaterverband. 1990 ging Horst Markgraf in den Ruhestand. „Da sagte ich zu meiner Frau, dass ich ab jetzt die Hausarbeit übernehme. Um noch woanders nützlich zu sein, trat ich in die Volkssolidarität ein und nehme an den monatlichen Versammlungen teil, bei denen es um das Leben im Alltag geht. Weil meine Frau und ich sehr gern tanzten, waren wir bei verschiedenen Kulturveranstaltungen dabei. Wir unternahmen auch viele Busfahrten, die die Volkssolidarität anbot. Aus Spaß sammelte meine Frau rund 500 Stoffbeutel, ich 200 Flaschenöffner. Zur goldenen Hochzeit überraschte uns Tochter Ilona mit einem alten, weißen Daimler, mit dem wir dann zur Feier zum Griechen fuhren“, schmunzelt Horst Markgraf. Den 65. Hochzeitstag 2014 konnten sie nicht mehr feiern, denn Rosemarie Markgraf verstarb ein Jahr zuvor. Bis zuletzt pflegte sie ihr Ehemann, zwei Jahre lang. Trost spenden ihm jetzt die Tochter, zwei Enkelkinder und vier Urenkel. Ruhe und Ausgeglichenheit sind Horst Markgrafs Stärken. Die häusliche Arbeit erledigt er noch immer ohne Hilfe. Wanderungen in der Natur halten ihn fit. Gesund bleiben ist sein größter Wunsch.
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