MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Doris und Wolfgang Marscheider
Arbeitsreiche Lebenswege
Hebamme i.R. und Agr.-Ing.-Ök. i.R. 06313 Wimmelburg
Doris Marktscheffel wurde 1940 in Erfurt geboren. Nach der 10.Klasse lernt sie ab 1957 auf einer Privatschule Handelskauffrau. 1959 machte sie die Fahrerlaubnis für Auto und Motorrad. Nach der Handelsschule arbeitete sie beim DRK als Steno-Sekretärin. Nebenbei wirkte sie als Gesundheitshelferin und bildete u.a. auch Junge Sanitäter aus.
Im Entbindungsheim des Kreiskrankenhauses Bernburg absolvierte Doris Marktscheffel ab 1961 ein einjähriges Vorpraktikum. Dann lässt sie sich an der Universitäts-Frauenklinik Halle/Saale in ihrem Wunschberuf als Hebamme ausbilden. Bereits in ihrer Lehrzeit ist sie ab 1962 bei 36 Geburten unter fachlicher Aufsicht selbst aktiv. Nach den zwei Ausbildungsjahren arbeitete Doris Marktscheffel als Hebamme dreischichtig im Kreißsaal des Kreiskrankenhauses Lutherstadt Eisleben. Zum ersten Mal heiratete sie 1965 und hieß Schlüter. Dann wurde ihr Sohn geboren.
Bis 1968 hilft sie 1000 Kindern auf die Welt. Jede Geburt notiert sie detailgenau in persönlichen Büchern, die sie heute noch hat. Bis zum Ende ihrer Berufslaufbahn kamen noch 2000 Geburten hinzu.
Teilweise hatte sie bis zu sechs Geburten in einer Schicht. „Es war für nichts Zeit. Nur Arbeit, Arbeit, Arbeit“, erinner sie sich.
Von 1968-1970 arbeitet Doris Schlüter als Krippenleiterin in Helbra, wo sie auch eine Wohnung bekommen hatte. Dann geht sie wieder als Hebamme an die Frauenklinik nach Neuhaus am Rennweg. Dort arbeitet sie im 12- Stunden-Rhythmus und ist auch bei Kaiserschnitten dabei, und die ganzen Jahre immer in einer Schicht allein. „Ohne mich ging da nichts“, resümiert sie. Für ihre vorbildliche Nachbarschaftshilfe (Einsatzbereitschaft, Zuverlässigkeit und Motivation für jede Mutter und ihr Neugeborenes) wurde Doris mit der“ Goldenen Rose „ ausgezeichnet.
Nach 12 Jahren wechselte sie wieder in den Kreißsaal nach Eisleben, um in ihrer Freizeit ihren Eltern zu helfen, die in Heldrungen eine Gärtnerei betrieben.
Im Eislebener Kreißsaal arbeitete sie bis 1998, danach wurde sie arbeitslos, da die Geburten stark zurück gingen. Einige Zeit später wurden sogar die Geburtenstation geschlossen. Nach der Scheidung (1988) lernte Doris 1992 ihren zweiten Mann Wolfgang Marscheider kennen. 1996 heirateten beide und kauften sich ein Häuschen in Wimmelburg. Der 1928 in Halle/Saale geborenen Wolfgang Marscheider wurde als Pflegekind in der Landwirtschaft groß. Dort absolvierte er zahlreiche Stationen und qualifizierte sich als Meister für Pflanzenproduktion schließlich zum Agrar-Ingenieur-Ökonom. 1975 wird er beim Rat des Kreises zuständig für Jagd- und Naturschutz. Er macht seinen Meister für Wildbewirtung und leitet 320 Jäger an. „Nebenbei war ich selbst 40 Jahre lang leidenschaftlicher Jäger“, erzählt Wolfgang Marscheider, der 1992 in Rente ging. Die Jagd war und ist für ihn auch der berufliche Ausgleich und Hobby. Doch jetzt liest er mehr. Doris Marscheider kocht und bäckt gern. Die Freizeit verbringen beide gern mit sich alleine. Allerdings gehören Familienfeste zur Tradition. Doris u Wolfgang schauen auf ein arbeitsreiches, erfülltes Leben zurück. Nun wünschen sich die beiden noch möglichst lange gesund zu bleiben, um somit noch viele gemeinsame Jahre erleben zu können.