MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Klaus-Dieter und Silvia Maier
In guten wie in schlechten Tagen
Bauingenieur, Konstrukteur
Wirtschaftskaufmann, selbstständig
Am Sandberg 6
04749 Ostrau OT Kattnitz
Als Sohn eines Finanzbeamten und einer Lehrerin / Erzieherin wurde Klaus-Dieter Maier 1948 in ein strenges Elternhaus hineingeboren. Diese Erziehung prägte ihn und führte zu dem Entschluss als Kind, einmal selbst kein so strenges Regime in seiner Familie zuzulassen. Er verlebte trotzdem eine schöne Kindheit, mit viel Spiel und Spaß im Freien und mit anderen Kindern. „Die Schulzeit war i. O..... Ich war faul, habe aber mit wenig Aufwand immer alles geschafft....“ berichtet Klaus-Dieter und davon das Gymnasium absolviert zu haben. Kameramann wäre er gerne geworden, besaß seit seiner Jugendweihe eine Schmalfilmkamera, war Stammgast im Fotoladen der sich im Wohnhaus befand. Doch ein Freund seines Vaters wurde als Agent enttarnt, der Vater geriet in den Strudel der Untersuchungen und Verfolgung. Der Traum seines Sohnes blieb wegen dieser gesellschaftlichen Ächtung unerfüllt, ebenso wie der spätere zur Volksmarine zu gehen. Klaus-Dieter Maier studierte dennoch, wurde Bauingenieur und nahm die Arbeit als Konstrukteur in einer Döbelner Firma auf. Mit dem Eintritt in eine Blockpartei konnte er der Mitgliedschaft in der Kampfgruppe entgehen. Doch er bemerkte die Diskrepanz: Nicht fachliche Qualifikation zog Entwicklungsmöglichkeit nach sich, sondern Systemnähe und SED-Mitgliedschaft. Das wurmte ihn und die schwelenden Unstimmigkeiten führten 1970 zu einem Berufswechsel. Indessen in erster Ehe verheiratet, empfahl sein Schwiegervater ihm am Stadttheater Döbeln eine Arbeit als technischer Direktor. Die Vorsprache beim Intendanten verlief positiv, seine persönlichen Überzeugungen spielten erstmals keine Rolle. Arbeitsmäßig betrat er völliges Neuland, erhielt aber die Möglichkeit an der Oper Chemnitz und der Staatsoper Berlin von der Pike auf zu lernen, was er später leiten sollte. Die erlangten Kenntnisse führten später dazu, dass er für den Umbau des Theaters Döblen sorgte, das nach zweijährigem Umbau mit neuestem DDR-Standart neu eröffnet wurde. 60 Theater gab es in der DDR, die am Leben gehalten wurden, Kultur war gewollt und wurde finanziell unterstützt. Mit der Wende stand alles in Frage. Klaus-Dieter Maier interessierte sich, prüfte, verglich, plante, vermittelte eine Gastaufführung.......doch er scheiterte an den festgefahrenen Strukturen, fehlender Risikobereitschaft und ließ 1990 den zuvor sehr geliebten Job hinter sich, orientierte sich neu. Mit einem Bau- und Immobilienhandel machte er sich im angestammten Beruf selbstständig. Als seine Frau 2004 verstarb, erbte er die Kreditverpflichtungen aus deren Selbstständigkeit und die Verantwortung für zwei Kinderheime. Dieser Herausforderung stellte er sich, konnte bei seinem Eintritt in die Rente im Jahr 2017die Einrichtungen unbelastet in jüngere Hände legen. Mit seiner Frau Silvia (geb. 1961) ist er seit 2015 verheiratet. In der DDR großgeworden, war dieser Staat für sie bis 1989 Heimat. Sie kannte nichts anderes und konnte nicht vermissen was sie nicht kannte. Ihr Vater und ihre Mutter trennten sich zeitig, die Mutti zog sie und den Bruder alleinerziehend auf. Sie lernte nach der Schule den Beruf Wirtschaftskaufmann, statt zu studieren, um ihre Mutter finanziell nicht länger zu belasten. Die Wendeereignisse führten zu beruflichem Auf und Ab, das sie im Jahr 2000 mit dem Gang in die Selbstständigkeit (Hauswirtschaft) beendete. Seit 1982 mit ihrem ersten Mann verheiratet, der sich nach der Wende als billige Arbeitskraft in den alten Bundesländern verdingen musste und Mutter von drei gemeinsamen Kindern hatte sie diese Entscheidung getroffen um zum Familienunterhalt beizutragen. Die Ehe hielt den Belastungen nicht stand, doch ihr Umzug 2005 in eine kleine Wohnung nach Kattnitz brachte neues Glück. Als Hauswirtschaftshilfe von der Frau Klaus-Dieter Maiers angestellt, wuchs nach deren Tod eine neue Beziehung daraus. Weiterhin selbstständig tätig, hat sie die ehemals acht Angestellten entlassen, arbeitet alleine. Grund: Den Mindestlohn den sie indessen zahlen muss kann sie nicht auf die Berechnung ihrer Dienstleistung umlegen. Die Grenze des möglichen ist hier lange erreicht. Das vorwiegend alte Klientel in den neuen Bundesländern verfügt über zu wenig Einkommen um mehr bezahlen zu können. Nach gemeinsamen Frühstück nimmt Silvia täglich ihre Aufgaben wahr. In Partnerschaft zu leben und Zusammenhalt empfinden die Maiers als Glück. Sie hoffen auf ein langes Fortdauern und auch auf die Erfüllung ihres Traums: Eine Schiffsreise nach New York, allerdings nicht „all inclusive“, sondern ganz individuell.