MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Luise Mann
„Wo kein Friede ist, da ist kein Glück.“ (Volksmund)
Verkäuferin
Salbitzer Str. 15
04758 Hof OT Naundorf
Als Luise Ramke und jüngste von zwei Töchtern eines Bäckermeisters und einer Verkäuferin 1941 in Hof geboren, war ihre Kindheit durch die Tätigkeit der Eltern stark geprägt. Eine eigene Bäckerei bedeutete viel Arbeit für alle Familienmitglieder. 1947–1955 besuchte Luise die Schule und für sie stand fest: Bäckerin würde sie niemals werden! Sie sah wie hart die Eltern arbeiteten. Wenn die Schule aus war musste sie selbst im Laden mit aushelfen, stand als Mädchen schon hinter der Ladentheke des elterlichen Lebensmittelgeschäftes und bediente Kunden. Nach der Schule nahm sie eine Arbeit in einer Obstkelterei auf. Eine Lehre konnte sie hier nicht absolvieren, hat sich das erforderliche Fachwissen selbst angeeignet. Nach der Heirat 1961 (Ehemann Karlheinz, verstorben 2012) beendete sie ihre berufliche Tätigkeit, hielt ihrem Mann den Rücken frei und kümmerte sich um die Erziehung und Betreuung der Kinder (geb. 1961, 1962, 1963, 1964, 1966, 1967). Wenn sie heute daran zurück denkt, wundert sie sich noch immer, wie sie das alles schaffen konnte unter den damals schwierigen Bedingungen. „Nicht mal eine Waschmaschine.....alles mit dem Ruppelbrett gewaschen....in einer beengten Neubauwohnung ...der Mann ging den ganzen Tag arbeiten, war Traktorist......“ Bald ging das nicht mehr. 1972 wurde ein Grundstück gekauft und umgezogen. Die Kinder waren nun zwar größer, doch die jetzt betriebene eigene, kleine Landwirtschaft stellte neue Anforderungen. „Hühner haben wir gehabt und Schweine.... die Kinder gingen irgendwann in die Lehre und wir standen alleine da......zusätzlich haben wir dann auch noch umgebaut, während wir dort wohnten..... wir haben uns ganz schön durchrappeln müssen...“ berichtet sie vom damaligen Familienleben. Luise Mann arbeitete viele Jahre nebenher aushilfsweise in verschiedenen Tätigkeiten. „Ich habe nie nein gesagt, wenn ich gebraucht wurde. In der Schule war ich, im Kindergarten, im Konsum als Verkäuferin, immer darauf bedacht ein paar Pfennig dazuzuverdienen, die dringend gebraucht wurden“, berichtet sie. 15 Jahre lang trug sie mit ihrem Mann Zeitungen aus, als die Wende den beiden die Arbeitsstelle genommen hatte. Auch der Nichte (die indessen die Bäckerei der Eltern von Luise Mann inne hat) halfen die Eheleute bei Bedarf. Heute wohnt sie mit ihrem Sohn zusammen im eigenen Haus. Viehzeug halten sie nicht mehr, aber Gemüse für den Eigenbedarf produzieren sie selbstverständlich noch. Seit dem 60. Lebensjahr ist Luise Mann Rentnerin und zufrieden mit ihrem Leben. Das Geschaffene macht sie stolz, ihr tägliches Leben hat sie gut im Griff und durch das Zusammenleben mit dem Sohn muss sie auch keine Angst vor Einsamkeit haben. Sie liebt es am Abend auf der Couch neben ihm zu sitzen, sich mit Zeitung lesen auf aktuellem Stand zu halten und vom Fernseher unterhalten zu lassen. Nun nur noch gesund bleiben, dann ist alles gut, mehr braucht sie nicht zum Leben sagt sie.