MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Dipl.-Landwirt Heinz Manteuffel

Ein Leben, das für zwei reichen würde

Heinz Manteuffel

Pensionär
Parkstraße 6
16321 Rüdnitz/OT Albertshof

Nur unter Aufbringung extremer Kräfte, eines ungebrochenen Willens, einem unermüdlichen Streben nach Höherem und der Bereitschaft zu permanentem Wohnortwechsel, gelang ihm Bewundernswertes. Geboren am 22.10.1929 in Anklam, erlernte er die Landwirtschaft von der Pike auf bei einem Bauern. Weitere Ausbildung bescherte das Landesgut Stretense, bevor er an der Fachschule Anklam den staatlich geprüften Landwirt ablegte. Er begann als landwirtschaftlicher Gehilfe, absolvierte ein Fernstudium an der HU Berlin und erhielt sein Diplom. Von Stretense führten die Wege nach Blumberg, wo auf dem Landesgut, dem späteren VEG, als Abteilungsleiter der Pflanzenproduktion für 60 Mitarbeiter verantwortlich zeichnete. Auch lernte er dort die Tochter des Direktors kennen, lieben und heiratete sie 1951. Seine Lilli schenkte ihm die Kinder Marion, Erimar und Torsten, die ihre Eltern wiederum zu 4fachen Großeltern machten. Stolz ist das Paar auch auf ihr erstes Urenkelchen. Mit erneutem Wechsel ans VEG Wesendahl, galt er mit nur 22 Jahren als jüngster Gutsleiter der DDR. Von dort aus an die Verwaltungsschule für Land- und Forstwirtschaft delegiert, ging er später nach Mecklenburg und übernahm die Planung von VEGs, doch ihm fehlte die Praxis. Heinz Manteuffel wurde Direktor eines VEG und baute später als stellvertretender Leiter den Gutskomplex Seelow im Oderbruch auf, woraus sich nach der Gebietsreform die Vereinigung Volkseigener Güter entwickeln sollte. Der Akademiker übernahm im Folgenden das Gut Lanke, löste den schwer erkrankten Direktor ab und avancierte zu selbigem. Die Unterabteilung beim Rat des Bezirkes Frankfurt/Oder wurde ihm unterstellt und erneut wechselte er seinen Standort. Verantwortlich für 58 Volkseigene Güter und mit reiner Verwaltungsarbeit betraut, fehlte ihm erneut der direkte Kontakt zur Feldarbeit. Am 01.01.1961 begann Heinz Manteuffel in Albertshof, ein Ort, an welchem er endlich angekommen war und das Gut über 3 Jahrzehnte auch leitete. Unter seiner Verantwortung wuchs der Betrieb innerhalb kurzer Zeit auf 4.200 ha und 1.960 Milchkühe, welche die Versorgung Berlins mit Milch garantierten. Nach der Wende erhielt Berlin seine Ländereien zurück, der Verein zur Erhaltung Berliner Stadtgüter wurde gegründet und Heinz Manteuffel übernahm den Vorsitz. Noch heute nimmt sich der leidenschaftliche Landwirt und Rentner viel Zeit für Vorlesungen an der Bauernakademie – gespickt mit Episoden eines Lebens, das für zwei reichen würde.
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