MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Ruth Maaß
Organisieren und Kontakte knüpfen – das ist ihr sehr wichtig
Pelznäherin und Staffiererin
04435 Schkeuditz
Der Kontakt zu anderen Menschen und die Bewegung halten sie fit. Ruth Maaß aus Schkeuditz bei Leipzig ist trotz ihres hohen Alters noch immer am Organisieren und Kontakte knüpfen. Die gebürtige Sächsin, Jahrgang 1934, war von 1960-2016 verheiratet mit ihrem lieben Mann Heinz (Kühlanlagenbauer-Meister, starb 2016 kurz vor seinem 90. Lebensjahr). Das Ehepaar bekam 1960 Sohn Michael (Meister der Forstwirtschaft, lebt mit einer Partnerin zusammen, die drei erwachsene Kinder hat). Ruth Maaß besuchte von 1940–1948 die Schule in ihrem Heimatort Schkeuditz und lernte danach Pelznäherin und Staffiererin (1948–1950) bei R.W. Schneider in Schkeuditz. Nichts anderes wollte sie werden und erfüllte sich damit ihren Berufswunsch. Ruth Maaß arbeitete von 1950–1960 in ihrem Traumberuf. Nach der Geburt ihres einzigen Kindes pausierte sie und machte von 1963–1975 Heimarbeit, teilweise auch für eine Kürschnerei. Von 1975–1990 hatte sie eine glückliche Zeit in der Schwimmhalle. Dort war sie „Mädchen für alles“, arbeitete an der Kasse, in der Sauna und machte sauber. Die Arbeit gefiel Ruth Maaß sehr, sie war sehr abwechslungsreich und die Schkeuditzerin befand sich stets unter Menschen. So auch in der Zeit von 1990–2002, als sie von der Stadtverwaltung Schkeuditz in das Museum Schkeuditz als Mitarbeiterin vermittelt wurde. 1993 trat sie als Gründungsmitglied der Städtepartnerschaft Schkeuditz – Villefranche-sur-Saone bei, wirkt heute noch aktiv als Älteste mit. Seit 1993 bis heute ist sie zudem Übungsleiterin für Senioren-Gymnastik der TSG Schkeuditz und seit 2002 gehört sie zur Singegruppe der Volkssolidarität. Unter Leitung eines Chorleiter unterhält die Singegruppe Heimbewohner der zwei Schkeuditzer Heime der Volkssolidarität jeden Mittwoch mit volkstümlichen Liedern. Ohne ihren Sport und die vielen Ehrenämter dort sowie in der Gewerkschaft, im Kulturbund (zu DDR-Zeiten) und in der Volkssolidarität (Kassiererin) kann sie bis heute nicht sein. Ruth Maaß trat bereits 1949 in die TSG Schkeuditz ein, zog ihren Mann mit zum Wandern und Bergsteigen, zum Wintersport und Zelten. Von 1990–2010 gehörten Ruth und Heinz Maaß dem Heimatverein Schkeuditz an. Heute hält sie sich mit Gymnastik und Bowlen fit. Woche für Woche gibt es Termine und sie ist immer auf Achse, was ihr nach wie vor viel Freude bereitet. Ruth Maaß ist zufrieden mit ihrem Leben und will noch lange gesund bleiben. Mehrfach erhielt die beherzte und sehr genaue Frau im Ehrenamt Auszeichnungen und Anerkennungen für ihr gesellschaftliches Engagement, unter anderem auch die Bürgermedaille (2003). „Ich fühle mich sehr wohl“, hebt sie hervor. Ruth Maaß ist stolz auf ihr Durchhaltevermögen und schätzt sich glücklich, „wenn alles stimmt“. Sie hat auch einen Leitspruch: „Eine Nacht drüber schlafen.“ Ihr Vater Kurt, er war ein richtiger Naturbursche, hat sie am meisten unterstützt, versichert Ruth Maaß im Rückblick auf ihr langes und bisher sehr erfülltes Leben. Leider sind ihre Eltern sehr früh gestorben, mit 56 und 59 Jahren. Was Ruth Maaß ärgert, sind Ungerechtigkeiten und wenn einer etwas verspricht und es dann nicht hält. Das findet sie unehrenhaft. Dass ihre Naturverbundenheit, die sie vom Vater wohl geerbt haben muss, nun schon längst auf den einzigen Sohn abgefärbt hat, erfüllt eine Seniorin wie Ruth Maaß mit viel Freude und großem Stolz.