MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Helmut und Brigitte Maas
Nordsachsen, unspektakulär
Ingenieur
Laborantin
Am Teich 2
04509 Schönwölkau OT Gollmenz
Frau Brigitte, Tochter eines Schmiedes und einer Stenotypistin, wurde 1945 in Delitzsch geboren. Sie wuchs in Gollmenz (Ortsteil von Schönwölkau) auf, besuchte dort die Schule bis zum Abschluss der 10. Klasse. Beim Elektrochemischen Kombinat (EKB) in Bitterfeld wurde sie in zwei Jahren zur Laborantin ausgebildet. Zwölf Jahre beschäftigten sie dann die Analysen der Herstellungsprozesse und Produkte. Aufgrund der Familienbildung, 1970 wurde geheiratet, 1973 kam Tochter Iris zur Welt, 1975 folgte Sohn Holger, blieb sie dann zu Hause, übernahm danach häusliche Kranken- und Altenpflege in Delitzsch. Trotz fehlender diesbezüglicher Ausbildung wurde sie dann vom Pflegeheim des St.-Georg-Hospitals Delitzsch übernommen, wo sie im pflegerischen Bereich bis zum Jahr 2005, als sie in den Rentenbezug wechselte, verantwortlich ihre fordernden Aufgaben versehen konnte.
Als Helmut Maas 1943 in Leoben (Steiermark) geboren wurde, gehörte die österreichische Stadt gerade für wenige Zeit zum Deutschen Reich. Doch fanden die durch die Landwirtschaft geprägten Eltern nach dem Krieg im Norden Sachsens beim Volksgut Wölkau neue Möglichkeiten. Der junge Helmut besuchte bis zur 8. Klasse die örtliche Schule, wechselte dann für vier Jahre auf die Erweiterte Oberschule in Delitzsch, wo er mit dem Abitur abschloss. Im Leichtmetallwerk Rackwitz lernte er zudem den Schlosserberuf. Von 1964 bis 1967 diente er drei Jahre in der Nationalen Volksarmee der DDR (NVA) als Unteroffizier im Flak-Regiment Döbeln. Nach der Rückkehr ins Zivilleben begann er wieder als Schlosser in Rackwitz, nahm 1969 ein Studium an der Ingenieurfachschule in Leipzig auf, kehrte nach erfolgreichem Abschluss ins Leichtmetallwerk zurück und kümmerte sich als Betriebsingenieur vor allem um Konstruktionsaufgaben. Die letzten neun Jahre im Werk arbeitete er als Schichtingenieur. Als mit dem Ende der DDR die Mitarbeiter in Größenordnungen entlassen wurde, überbrückte er Zeiten der Arbeitslosigkeit mit Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen für die Gemeinde, dann bei der Renovierung der Kirche von Krippehna. Mit zwei Kollegen bildete er später eine Handwerkerbrigade, die im ganzen Kirchenkreis Torgau-Delitzsch für mehrere Jahre bis zum Renteneintritt ihr segensreiches Wirken bei der Instandsetzung von Kirchen und Gemeindegebäuden entfalten konnte. In jungen Jahren hatte er mit Freude Fußball gespielt, war vor allem im Mittelfeld der Sportgemeinschaft Traktor Wölkau eingesetzt. Auch Tischtennis gehörte zu seinen sportlichen Aktivitäten. Heute beschäftigen das Ehepaar Maas Haus und Garten auf dem 1975 erworbenen Grundstück in Gollmenz. Zudem erfreuen sie die beiden Enkelkinder.