MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

Gesamte Liste anzeigen

Johanna und Werner Löwe

„Der Garten ist unser Doktor“

Johanna und Werner Löwe

Arbeiterin
Tischler
Oschatzer Str. 15
04749 Ostrau

Sie sind zusammen durch dick und dünn gegangen. „Wir mussten immer sparen, die Armut hat uns zusammengeschweißt“, sagt Johanna Löwe aus Ostrau. Seit 1960 ist die Arbeiterin mit ihrem Werner glücklich verheiratet. Das Paar hat zwei Söhne und drei Enkelkinder. Der älteste Sohn Mathias wurde 1963 geboren und ist Autoschlosser. Sohn Bernd kam 1968 zur Welt und arbeitet als Autosattler. „Alles lief bei uns nach Plan, darauf sind wir heute stolz, das alles gemeinsam geschafft zu haben“, erklärt Johanna Löwe, geborene Geißler. Sie erblickte 1938 in Ostrau das Licht der Welt und besuchte von 1944–1952 die Schule. Gern wäre Johanna Schneiderin oder Friseuse geworden, aber sie erhielt dafür keinerlei Unterstützung. Der Vater, ein Maurer, hatte die Familie verlassen und so musste die körperbehinderte Mutter ihre vier Kinder, von denen zwei starben, aus eigener Kraft durchbringen. Johanna arbeitete in der Bonbonfabrik „Frumi“ und wenn dort Saure-Gurken-Zeit herrschte, wurde sie zum Stanzen in einen Produktionsbetrieb (DBM) „verborgt“. Heute würde man dazu Leiharbeiterin sagen. Stets war sie fleißig, arbeitssam und hilfsbereit, immer für die anderen da. Johanna, die ihren Werner 1956 über den Theaterring (Anrecht) kennengelernt hatte und von herrlichen Zeiten auf dem Tanzboden schwärmt, arbeitete drei Jahre in der Ostrauer Molkerei, bis sie diese Tätigkeit aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben konnte. Danach verdiente sie sich ihr Geld als Reinigungskraft in der Kinderkrippe und war außerdem in einer Betriebsküche beschäftigt. Darüber hinaus pflegte sie ihre Schwiegereltern und ihre Mutter. „Wir mussten das Geld zusammenhalten und Durststrecken überstehen“, blickt Ehemann Werner zurück. Geboren 1936 in Stauchitz, ging er von 1942-1950 zur Schule. Durch den Krieg und die Jahre der Gefangenschaft des Vaters hat er ihn erst gesehen und kennengelernt, nachdem er 1950 aus der Schule gekommen war. Werner Löwe ging nach der Schule in die Tischlerlehre. Seinen Beruf übte er von 1953 bis zur Wende aus. Sein Gesellenstück war eine Frisiertoilette. Anfangs arbeitete er bei der Firma Dorn, dann in der PGH Riesa und zwischendurch vier Jahre in der Landwirtschaft. Heute würde Werner Löwe, der mit 58 arbeitslos und krankheitsbedingt erwerbsunfähig wurde, wieder den Tischler-Beruf wählen. So viel Spaß hat ihm die Herstellung von Kleinmöbeln, wie Tische und Nachtschränkchen, gemacht. Der Rentner ist stolz, dass einer seiner drei Enkel in seine Fußstapfen getreten ist. Johanna und Werner Löwe lieben das Reisen. Sie haben viele Busfahrten durch Deutschland und Österreich unternommen. Viel Zeit verbringen sie in ihrem Garten. „Der Garten ist unser Doktor“, sagen sie oft. Beide wollen noch lange eine gute Zeit miteinander verbringen und die Entwicklung ihrer Familie weiter begleiten.
Gesamte Liste anzeigen

  • Der Verlag
  • Gesichter der Regionen
  • VWM-Info
  • Menschen und ihre Gesichter
  • Suche
  • Ihre Empfehlung
  • Unser Anliegen
  • Kontakt
  • Impressum
  • Datenschutz