MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Dipl.-Ing. (FH) Erick-Volkmar Lübeck

Er wollte schon immer Bauingenieur werden

99425 Weimar

Foto: Dirk Wächter


Zu DDR-Zeiten galt er als einer der jüngsten Oberbauleiter im Ingenieurtiefbau. Einen wie Erich-Volkmar Lübeck aus Weimar erfüllt das mit Stolz. Der gebürtige Leipziger (Jahrgang 1940, zur Welt gekommen in Engelsdorf bei Leipzig) wollte schon immer Bauingenieur werden. Diesen Traum hat sich der Vater von Sohn Frank (geboren 1964, wirkend in der Baubranche in Stuttgart) und Tochter Susanne (geboren 1980, in München tätig) auch erfüllt. Erich-Volkmar Lübeck, verheiratet seit 1963 mit Brigitte (Ingenieurin für Milchwirtschaft), kannte seinen Vater (Rechtsanwalt, 1940 im Zweiten Weltkrieg gefallen) nicht. Eingeschult 1946 in Markkleeberg bei Leipzig, legte die Mutter hartnäckig, wie sie war, großen Wert darauf, dass ihr Sohn Abitur machte. Das gelang 1958 auch nach einem etwas steinigen Weg für den Alt-Intelligenzler-Sohn. Durch einen Nennonkel, er war Architekt, wurde sein Interesse am Bauen vertieft. Erich-Volkmar Lübeck erlernte, übrigens als Einziger mit Abi in der Tasche, zwei Jahre den Zimmerer-Beruf bei der Bauunion. In Leipzig studierte er anschließend drei Jahre Tiefbau, spricht von einer wunderschönen Studienzeit an der Ingenieurschule für Bauwesen. Durch die damalige Absolventenlenkung kam der junge Mann zum Ingenieur Erdbau Eberswalde (IEE) und stieg bereits nach einem Jahr auf. Erst Abschnittsbauleiter, dann Oberbauleiter, schließlich Direktor des IEE. Die Baustellen, darunter das Kernkraftwerk Lubmin bei Greifswald (1966-1971), waren seine Welt. „Wir waren die Ersten dort“, berichtet Erich-Volkmar Lübeck, der immer als Tiefbauer aus Leidenschaft unterwegs war. Leipzig, Greifswald, Eberswalde, Weimar, nach der Wende Stuttgart, Berlin-Brandenburg und Gelsenkirchen waren Einsatzorte des Spezialisten beim Bau von Trassen für Straße und Schiene, Trinkwasserleitungen, Rückhaltebecken, Flussverlegungen und Kühlwasser-Ein- und Auslauf-Kanälen. Seine Handschrift hinterließ der ehrgeizige und umtriebige Fachmann und spätere Generaldierktor (bis zur Wende) zudem beim Talsperrenbau und dem Bau des neuen Stadions Arena AufSchalke. Nach der Wendezeit musste der gestandene Tiefbauer in Leitungsfunktion, der mit seiner Familie von Berufs wegen mehrmals umzog, sein Berufsleben völlig neu ordnen. Auch das schaffte er und begann „von unten“. Einer, der mit 25 Jahren schon Oberbauleiter war, stand plötzlich quasi am Reißbrett. Er hatte verschiedene Arbeitgeber im Bau, unter anderem aus Stuttgart und aus Holland, leitete eine Preisabteilung, war Zweigniederlassungsleiter und Leih-Ingenieur. Er lernte viel dazu und erinnert sich an seinen „hervorragenden letzten beruflichen Lebensabschnitt“. Ohne den Schalke 04 Manager Rudi Assauer wäre das Stadion nicht gebaut worden, versichert der „Verdiente Wasserwirtschaftler der DDR“, für den „jeder Tag ein Gewinn“ ist. Und er, der sich bis heute ehrenamtlich im Sport engagiert, stolz auf seine Ehe und Familie ist, bezeichnet es als Gewinn, dabei gewesen sein zu dürfen.
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