MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Bernd Lutzmann

„Leben heißt kämpfen.“ (Seneca)

Windmühlenstr. 9
06773 Gräfenhainichen
Fon: 034953 / 22577

Im Jahr 1942 erblickte Bernd Lutzmann das Licht der Welt – in dem Haus, in dem er heute noch wohnt. Sein Bildungsweg verlief DDR-typisch: Einschulung mit sechs Jahren (1942), Abschluss der 10. Klasse (1959) und unmittelbar im Anschluss die Lehre. Nach 2 ½ Jahren war er Elektroinstumentemechaniker. Er arbeitete vier Jahre als Fernmeldemechaniker im Kraftwerk Zschornewitz, wurde dann zum Studium an die Ingenieurschule Zittau delegiert. Der junge Ingenieur für elektrische Energieanlagen kehrte drei Jahre später in den Arbeitsprozess zurück und arbeitete fortan zehn Jahre als Dispatcher (Schichtingenieur) im Kraftwerk Vockerode das mit dem Kraftwerk Zschornewitz indessen zu einem VEB zusammengeschlossen worden war. 1979 kehrte er in seinen Beruf zurück, wirkte erst als Relaisingenieur (Ingenieur für Schutz- und Messtechnik), dann fünf Jahre als Bereichsleiter Elektrotechnik, fünf weitere Jahre als Leiter Produktion für das Kraftwerk Vockerode und erlebte in dieser Position die politische Wende in der DDR mit ihren Auswirkungen auf die Wirtschaft. Als Fachbereichsleiter Produktion (leitender Angestellter) wurde er in der neu gegründeten VEAG AG (Vereinigte Energiewerke AG) weiter beschäftigt. 1992 erfolgte die Stilllegung des Kraftwerkes Zschornewitz, 1996 die des Kraftwerkes Vockerode. Draus resultierend wurde Bernd Lutzmann 1999 in den Vorruhestand versetzt. Für ihn war es zu früh die Hände in den Schoß zu legen, auch weil 18 % Abzug bei der Rente den neuen Status begleiteten. Ein Jahr lang konnte er im Rahmen einer ABM Interessierte aus ganz Europa durch das ehemalige Kraftwerk Zschornewitz führen. Als eins der ältesten Braunkohlekraftwerke (1915 in Betrieb gegangen, 1992 Betrieb eingestellt, ab 1995 Rückbau) war das Werk indessen zu einem Industriedenkmal geworden, beherbergte auch ein Museum. Im Jahr 2004 beschäftigte sich Bernd Lutzmann mit der Rekonstruktion und dem Umbau seines Eigenheimes. Doch die Freude über das Geschaffene war von kurzer Dauer: 2006 wurde er Opfer des steigenden Grundwassers. Nach längeren Verhandlungen mit der LMBV (Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbauverwaltungsgesellschaft – gestaltet die Nachfolgelandschaften des Braunkohletagebaus) folgte und endete 2018 mit der Zusage einer Vorsorgemaßnahme zum Schutz seines Hauses gegen den Grundwasseranstieg. Ehefrau Bärbel (Friseurin, Ing.-Ökonomin) freut diese Entscheidung ebenso wie ihn. 1966 haben die beiden geheiratet. Die Töchter Jana Kathleen (Lehrerin) und Katja (Kindergärtnerin) haben indessen für vier Enkel gesorgt. Das Ehepaar Lutzmann wurde 1975 zum Prinzenpaar des Gräfenhainicher Carnevalclubs gekürt und ist seitdem im Verein integriert. Erst Zeremonienmeister, wurde Bernd Lutzmann später Präsident und ist heute als Ehrenpräsident gerne gesehenes Mitglied. Er hat nie eine Arbeit gescheut, war einsatzbereit im Betrieb (Auszeichnung als Aktivist und Ehrenmedaille der Energiewirtschaft der DDR in Bronze) und engagiert im Elternbeirat (Auszeichnung mit Pestalozzi-Medaille). Fragt man ihn worauf er besonders stolz ist, sagt er „meine Familie“ und berichtet davon noch immer mit seiner Frau am liebsten die Zeit gemeinsam zu verbringen. Gartenarbeit und Musik (Akkordeon, Saxophon) sind seine Leidenschaften. Ein Flugschein wäre ein erfüllter Traum.
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