MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Frank Lüngen

Beharrlichkeit zahlt sich aus

Ziegelstr. 6
06862 Dessau-Roßlau
Fon: 034901 / 54800

Dass er einmal Chef eines Berufsverbandes sein würde, hätte sich einer wie Frank Lüngen nie träumen lassen. Der gelernte Schiffsbauer aus Dessau-Roßlau in Sachsen-Anhalt ist heute Bundesvorsitzender im Ring der Arbeitsmarktdienstleister. Bei diesem seit 2003 bestehenden eingetragenen Verein (e.V.) handelt es sich um den Berufsverband privater Arbeitsvermittler und Arbeitsmarktdienstleister. Geboren 1962 in Roßlau, ist der Sohn eines Malermeisters und einer Ökonomin auch in der kleinen Stadt zur Schule gegangen. Nach dem Abschluss der 10. Klasse begann Frank Lüngen auf der Schiffswerft seiner Heimatstadt eine zweieinhalb Jahre dauernde Lehre. Er qualifizierte sich im Abendstudium zum Maschinenbauingenieur. Auf der Werft inzwischen zum stellvertretenden Abteilungsleiter aufgestiegen, kam die Wende dazwischen. 1994 war dort Schluss für ihn. Frank Lüngen orientierte sich beruflich neu, machte drei Jahre lang eine Ausbildung zum Versicherungskaufmann. Er arbeitete bei der ÖSA in Sachsen-Anhalt und verdiente dort gutes Geld. Angesichts der veränderten Arbeitsmarktsituation (Hartz-IV-Gesetzgebung) im Jahr 2001 erweiterte Frank Lüngen, seit 1997 selbstständig, sein Gewerbe. „Ich wollte als privater Arbeitsvermittler vielen Leuten helfen, einen neuen Job zu finden und Alternativen zu bisherigen Berufen aufzeigen“, blickt der Arbeitsvermittler auf eine Zeit hoher Arbeitslosigkeit zurück. Er lud andere selbstständige Arbeitsvermittler zu einem Stammtisch ein, plötzlich kamen da 75 Mann zusammen. Aus dieser Idee heraus gründete Frank Lüngen zusammen mit Gleichgesinnten den Berufsverband, den er heute leitet. „Man muss beharrlich sein und die politischen Ansprechpartner, sprich Arbeitsminister, wie unter anderem Franz Müntefering und Andrea Nahles, kennen“, erklärt der Bundesvorsitzende des Rings der Arbeitsmarktdienstleister. Konzepte entwickeln, um Gesetzestexte in punkto Arbeitsmarkt zu ändern und nachzubessern, dabei hat der Roßlauer aktiv mitgewirkt und sich engagiert. Aufgrund der momentanen Arbeitsmarktsituation müssen Leute gezielt qualifiziert werden, auch Migranten. Frank Lüngen setzt dabei auf Einzelmaßnahmen, „um den Willen und die Motivation der Arbeitssuchenden rauszukitzeln“, wie er betont. Von Gruppenmaßnahmen hält er nichts. Alle privaten Arbeitsvermittler müssten zertifiziert sein, darauf legt der Berufsverband allergrößten Wert, so Frank Lüngen. Seine Arbeit hält er für äußerst spannend, weil er sich ständig vor neuen Herausforderungen gestellt sieht. Frank Lüngen ist stolz auf das Erreichte und seine Familie. In zweiter Ehe seit 2012 mit Manuela verheiratet, hat er drei Kinder (Susanne, Denny und Cornelius) und einen Enkel. Dass er und seine drei Geschwister in Frieden aufwachsen konnten und dass alle Arbeit haben und gesund sind, bezeichnet Frank Lüngen als Glück. Ausgleich zu seinem Beruf findet er beim Malen und Handwerkern. Großvater Walter sieht er als sein Vorbild an, denn er habe ihm Lebensweisheiten vermittelt und handwerklich viel gezeigt und beigebracht. Frank Lüngens Leitspruch heißt „Lebe jeden Tag“. Er ist ein Familienmensch, liebt Ausflüge und hat es gern, wenn die ganze Familie Weihnachten zusammenkommt. Dass sein Geschäft stabil bleibt und es die Kinder einmal übernehmen, wünscht er sich. „Denn wer im Leben etwas erreichen will, muss fleißig sein und viel arbeiten, vor allem in der Selbstständigkeit“, sagt Frank Lüngen voller Überzeugung.
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