MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Karlheinz und Gerda Lutz

Zufriedenheit am Ausklang eines arbeitsreichen Lebens

Karlheinz und Gerda Lutz

Kraftfahrzeugschlosser
Disponentin
07546 Gera

Als letzte von zehn Kindern einer Gutsvogtfamilie kam Gerda Lutz in Neudorf (Schlesien) 1937 zur Welt. Als die Front nahte, verbrachten sie vierzehn Tage bei Frost versteckt in einem Waldstück. Als es wieder ruhig war, kamen sie in das von sowjetischen Soldaten besetzte Dorf zurück, lebten friedlich mit den polnischen Nachbarn, mussten aber im November 1946 die nun polnischen Gebiete verlassen. Per Viehwaggon ging es über drei verschiedene Lager letztendlich nach Jonaswalde, wo sie bei einem reichen Bauern unterkamen, trotzdem oft Hunger leiden mussten. 1950 zogen sie nach Gera, wo die junge Gerda den einst vom Krieg unterbrochenen Schulbesuch mit der 8. Klasse abschloss. Zwei Jahre dauerte ihre Lehre in einer Spinnerei. Sie arbeitete danach dort, bis die Heirat mit Karlheinz Lutz 1956 und die Geburten der vier Kinder eine Zäsur setzten. Als die Kinder größer wurden, konnte sie als Serviererin (Zivilangestellte bei der Armee) wieder beruflich einsteigen, wechselte dann zum Bergbaubetrieb SDAG Wismut, wo sie als Disponentin im Magazin vor allem für die Versorgung mit Ersatzteilen zuständig war. Mit dem Ende der SDAG Wismut entfiel bald auch ihr Arbeitsplatz, so dass sie mit 55 Jahren eine Vorruhestandsreglung in Anspruch nehmen konnte. Karlheinz Lutz wurde zwar in Erdhütte (Emsland) geboren, wuchs aber in Gardelegen (Altmark) auf, wohin sein Vater als Postangestellter versetzt worden war. Nach dem Abschluss der 8. Klasse 1947 absolvierte er eine dreijährige Ausbildung zum Kraftfahrzeugschlosser. Danach meldete er sich freiwillig zum Polizeidienst, wurde später bei der Kasernierten Volkspolizei in Prora stationiert und wechselte 1935 bei der Verlagerung des Regiments mit seiner Einheit nach Gera. Als seine Dienstzeit endete, konnte er wieder in seinem gelernten Beruf arbeiten. Als Kraftfahrzeugschlosser übernahm ihn die SDAG Wismut. Seine späteren Aufgaben gingen in Richtung Betriebsschlosser mit Spezialisierung auf Hebezeuge, für die er in den letzten Jahren sogar revisionsberechtigt war. Schwere, harte Berufsjahre hinter sich, dauerte die Überlegung nicht lange, als er mit dem nahenden Ende der SDAG in den vorzeitigen Ruhestand gehen sollte. Das erste Kind der Familie starb nur wenige Monate nach der Geburt, die Kinder Dietmar (1956), Margit (1959) und Henry (1963) sorgten für eine Erweiterung um vier Enkel und vier Urenkelkinder. Gerda Lutz hat als Erinnerung für sie ihr Leben aufgeschrieben, dabei auch die Anfangsjahre in der schlesischen Heimat berücksichtigt, die noch zu DDR-Zeiten dreimal bereist werden konnte. Ihre Tierliebe galt besonders aktiv den lange gehaltenen Katzen, beide Ehepartner werkeln noch immer gern im Garten. Gerda Lutz sagt, am liebsten hat sie ihren Mann, freut sich über die 61 Ehejahre mit ihm und über die Kinder, Enkel und Urenkel. Sie wünscht sich sehr, dass alle gesund bleiben und sich gegenseitig lieben und achten. Wenn dann noch auf der ganzen Welt Frieden herrschen könnte und keine Menschen an Hunger sterben müssen, wäre für sie selbst alles perfekt.
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