MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Lübke
Für‘ s Unternehmen auf Erfolgskurs im Ausland
mit Ehefrau Annerose
Dipl.-Ing. für Maschinenbau und Konstruktion
Nerlystr. 13
99094 Erfurt
Fon: 0361 / 2227024
Er ist stolz auf die Ergebnisse, die er zusammen mit seiner Ehefrau (Ökonomin) in seinem langen Arbeitsleben erreicht hat. „Hinter einem starken Mann steht immer eine starke Frau“, sagt Joachim Lübke, der mit seiner Annerose seit über 50 Jahren verheiratet ist, eine Tochter und zwei Enkelkinder hat. „Sonst hätten wir das nie machen können“, fügt der Thüringer Diplomingenieur für Maschinenbau und Konstruktion überzeugt hinzu. Damit meint er v. a. seinen jahrzehntelangen Aufenthalt im Ausland für das Erfurter Unternehmen Umformtechnik, sowohl in der Sowjetunion als auch in China. Geboren 1939 in Erfurt, wurde er dort mit knapp sechs Jahren eingeschult und legte 1957 sein Abitur ab. Als Sohn einer gutbürgerlichen Kaufmannsfamilie war er für den Besuch der Oberschule zunächst abgelehnt worden. Doch als der damalige DDR-Ministerpräsident Otto Grotewohl zufällig in Erfurt zu Gast war, hatten Joachim Lübke und einer seiner Mitschüler eine Petition eingereicht, so dass es mit der Zulassung zur Oberschule schließlich doch klappte. Joachim Lübke hatte schon immer klare Vorstellungen, was seine berufliche Zukunft anging. Er wollte studieren, möglichst die naturwissenschaftliche Richtung einschlagen und vorher auch noch einen Beruf erlernen. Der Erfurter ließ sich zum Technischen Zeichner und zum Schlosser ausbilden, studierte anschließend an der Magdeburger Universität „Otto von Guericke“ Maschinenbau und Konstruktion (1959-1963). Sein Ausbildungsbetrieb, die spätere Umformtechnik Erfurt, hatte den jungen ehrgeizigen Mann zum Studium delegiert, das er mit einem Diplom abschloss. Zurückgekehrt ins Unternehmen, stieg er dort als Assistent des Produktionsdirektors ein und wurde später Schichtleiter. Mehr als 4000 Beschäftigte arbeiteten damals in drei Schichten. Mit 27 Jahren musste er noch zur Nationalen Volksarmee, um seinen Wehrdienst abzuleisten. Dabei nutzte die Armee seine technischen Kenntnisse und beauftragte ihn mit der Erarbeitung eines komplizierten Projektes, dass er im Konstruktionsbüro der Umformtechnik realisieren konnte. Zurückgekehrt ins zivile Berufsleben wurde Joachim Lübke 1967 an die Handelsvertretung der DDR nach Moskau delegiert, um dort Projekte für die Umformtechnik und darüber hinaus für den gesamten Werkzeugmaschinenbau technisch/kommerziell zu begleiten und umzusetzen. Seine Familie, Frau und Tochter, waren in dieser Zeit (1967 – 1972) an seiner Seite. Danach arbeitete er wieder als Vertriebsleiter in Erfurt, bis weitere fünf Jahre Tätigkeit in der Sowjetunion folgen sollten. Diese war mit ihrer Automobil- und Landmaschinenindustrie bis zur Wende für das Kombinat der wichtigste Markt. Joachim Lübke kehrte 1982 nach Erfurt zurück und koordinierte für das Unternehmen den gesamten Vertrieb. Auf Grund seiner Erfahrungen führten ihn nun auch Reisen in das nichtsozialistische Wirtschaftsgebiet (NSW). Er vertrat seinen Betrieb weltweit auf Messen, u. a. in Asien, Südamerika und Westeuropa. 1988 ging der Erfurter zusammen mit seiner Frau nach China, geplant waren fünf Jahre. Die Wende kam dazwischen. Joachim Lübke hielt nun dort für die Umformtechnik die Stellung allein und gründete in Peking ein Firmenbüro, dem er als Chief Representive vorstand. Durch seinen unermüdlichen Einsatz mit Verkauf, Betreuung und Service konnte er durch Sicherung der Auftragslage wesentlich zum Überleben des Betriebes beitragen. Nach fast 15 Jahren Tätigkeit in China trat Joachim Lübke aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand. Durch sein jahrzehntelanges Wirken im Ausland hat er nicht nur die Welt bereist, sondern zudem eine andere Sicht auf das Leben bekommen. „Ich kann nur Erfolg haben, wenn ich mich mit meinem Fachwissen als fairer Partner integriere, ohne Überheblichkeit“, erklärt Joachim Lübke. Die Kultur und Geschichte des jeweiligen Landes und die Mentalität der Menschen zu kennen und zu respektieren, ist dabei eine wichtige Voraussetzung. Mit viel Selbstdisziplin und großer Unterstützung seiner Frau konnte der Thüringer die beruflichen Aufgaben meistern. Heute sind beide stolz auf ihr Leben, wollen mindestens 85 Jahre alt werden und gesund bleiben. Glück bedeutet für sie der Zusammenhalt und das Wohlergehen der gesamten Familie. Die Entwicklung der Enkelkinder liegt ihnen dabei besonders am Herzen.