MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Fritz Läßig

Beim Leisten geblieben

Fritz Läßig
Orthopädieschuhmachermeister

08324 Bockau

Ohne die Natur der Heimat im erzgebirgischen Bockau ist Fritz Läßig nicht vorstellbar. 1932 war er hier zur Welt gekommen und das Schuhgeschäft seines Vaters prägte ebenso, wie die Gemeinschaft im großen Familienverband, alle Cousins und Cousinen zusammengerechnet, lebten 21 Kinder in dem Haus, wo auch er groß wurde und lebte, bis er 1972 sein heutiges Domizil baute. Ab 1938 besuchte Fritz Läßig die örtliche Volksschule, und es schien ganz natürlich, dass er eine Lehre in der Meisterwerkstatt seines Vaters aufnahm. Später arbeitete er auch ein halbes Jahr in einer Schuhfabrik, lernte die industrielle Produktion kennen, obwohl er sich immer mehr auf die individuelle Fertigung konzentrierte, die spätestens dann großen Raum einnahm, als er sich als Orthopädieschuhmacher spezialisierte. 1957 legte er die Handwerksmeisterprüfung ab, nach einem halben Jahr Weiterbildung in Dresden ebenfalls noch 1957 erwarb er den Abschluss als Orthopädieschuhmachermeister. 1959 machte er sich selbständig, arbeitete zwar in den Räumen des Vaters, aber auf eigene Rechnung. Als unter DDR-Bedingungen kollektive Formen des Wirkens angezeigt waren, wurde er Mitglied der Produktionsgenossenschaft des Handwerks (PGH). Nach sechs Jahren kürten ihn die Mitglieder zum Vorsitzenden. Die PGH der Orthopädieschuhmacher des Kreises Aue führte er dreißig Jahre lang, bis sie sich 1991 auflöste. Nun arbeitete er wieder selbständig, ehe der jüngste Sohn Hendrik 2007 die Firma übernahm. Fritz Läßig ist für die alten Kunden immer noch gelegentlich in der Werkstatt zugange. Zudem engagierte er sich stets in der Gemeinde, agierte als Mitglied von Bündnis 90/ Die Grünen zwei Wahlperioden lang im Gemeinderat von Bockau. Auch im Vorstand der methodistischen Kirche Bockau war er tätig, ist Mitglied der Körner-Gesellschaft und im Selam-Kinderhilfswerk für Äthiopien. Für die 750-Jahr-Feier von Bockau 2007 schrieb er ein die Historie beleuchtendes Theaterstück „Die fantastische Reise nach Bukova“, das bei den Mitwirkenden und Zuschauern Anklang fand und ihn zu weiteren Bühnendichtungen inspirierte. Der Vater dreier Söhne ( und sechs Enkel) hatte immer an der Musik seine Freude, beim Geigenspiel, als Mitglied des Kirchenchores, beim Konzert- und Opernbesuch. Seine Frau Hannchen (Heirat 1958) ging 2007 in die Ewigkeit, mit der neuen Lebensgefährtin Brigitte geht er auf Reisen zwischen Atlantik und Masuren.
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