MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Lutz Lüpfert

Exot aus dem Osten

Lutz Lüpfert
Mehrfacher DDR-Meister und Deutscher Meister der Senioren im Billard

08393 Meerane

Obwohl er sich mit dieser Bezeichnung nicht identifizieren kann, gilt er als Exot aus dem Osten. Ein Meister der Vielfalt spielt privat Keyboard, startete seit Mitte der 70er Jahre für den Radsport und erlebte sein bedeutendstes Ereignis bei der Teilnahme am Dolomitenradmarathon mit 9.000 Startern. Größte Leidenschaft jedoch gilt dem Billard. Geboren wurde Lutz Lüpfert am 24.11.1938 in Meerane. Aufgrund der Selbstständigkeit seines Vaters konnte er weder die Oberschule besuchen noch studieren. So widmete er sich im elterlichen Betrieb einer Ausbildung zum Klempner und Installateur, übernahm die Firma 1976 mit seinem Bruder und erlebte eine wunderbare Zusammenarbeit. Im Jahr 2000 ging Herr Lüpfert in Rente, wenig später sein Bruder, und die Firma wurde geschlossen. Als Geschäftsmann war er jedoch ebenso erfolgreich wie im Sport. Vater war begeisterter Spieler, und Ausschlag gab das kleine Billard, das Bruder Jens geschenkt bekam und nur noch spielte. Vater veranstaltete als Sektionsleiter 1952 in „Härtels Hotel“ Meerane die erste DDR-Meisterschaft im Carambol. Seither war die Siegesfolge des Sohnes unaufhaltbar – 1956 erster Platz der Junioren-Meisterschaften, 1961 DDR-Meister und 1976 holte er den 17. und zugleich letzten DDR-Meistertitel. Zeitgleich war er Mitglied der Nationalmannschaft und trug von 1974 bis 1976 die Kapitänsbinde. Zweimal erreichte der Spieler die Qualifikation, um an den Europameisterschaften teilzunehmen und durfte nicht starten, da die DDR keine Sportler zur EM oder WM schickte, die nicht olympisch waren. Perspektiv- und Motivationsverlust folgten, bis Herr Lüpfert die Bedingung von drei Siegen erfüllte und in Suhl gegen die Weltklassemannschaft von Österreich antreten durfte. Einem Remis folgte umgehend die Einladung der Österreicher. Wiederum durften die Billardsportler nicht antreten, und tief enttäuscht trat er nebst Sportkameraden aus der Nationalmannschaft aus. Nach der Wende die Möglichkeit nutzend, in den alten, höherklassig angesiedelten Bundesländern zu spielen, gewann er erstmalig 2000 die Bundesmeisterschaft der Senioren in Marl, nachfolgend gelang es ihm, den Titel eines Deutschen Meisters bzw. Bundesmeisters der Senioren von 2003 bis einschließlich 2007 jeweils erfolgreich zu verteidigen. An Deutschen Meisterschaften nimmt er nicht mehr teil, sollte jedoch selbige im Osten stattfinden, könnte er sich einen nochmaligen Start vorstellen. Doch bis dahin genießt er sein Pensionärsleben mit Ehefrau Ursula und hofft, gemeinsam mit ihr bei guter Gesundheit noch viele schöne Jahre erleben zu dürfen.
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