MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Johann Lumnitzer

Mit Gründlichkeit und Weitsicht zum Erfolg

Johann Lumnitzer

Köthener Str. 39
06847 Dessau-Roßlau
Fon: 0340 / 510256

Johann Lemnitzer wurde am 05.11.1933 in der Slowakei geboren. Zehn Jahre später war er seiner unbeschwerten Kindheit beraubt, denn der Vater wurde zum Kriegsdienst eingezogen, mit der Mutter musste er ein Jahr später wegen des slowakischen Nationalaufstandes und als Karpatendeutscher auf der Flucht vor den Partisanen die Heimat verlassen. Wieder angesiedelt im Sudetengau war auch hier nur eine kurze Verweildauer möglich wegen des Zusammenbruchs des Deutschen Reiches 1945. Enteignung und Vertreibung folgten. In einem Auffanglager in Coswig angekommen folgte sechswöchige Quarantäne bevor die neue Zukunft im Geschwisterverband des Vaters begründet werden konnte. Im zerbombten Dessau im Herbst 1945 ansässig geworden konnten der Vater und seine Brüder bei Bauunternehmer Wolter den Wiederaufbau mitgestalten und mit ihrer Arbeit die Versorgung der Familie sichern. In freien Wohnraum eingewiesen waren die Kontakte der Neuankömmlinge zur einheimischen Bevölkerung insofern belastet, dass die begrenzt vorhandenen Lebensmittel – ohnehin auf Marken abgegeben – auf alle aufgeteilt werden mussten und die Flüchtlinge deshalb nicht gerne gesehen waren. Dem Vater – gelernter Maurer – gelang es ein leerstehendes, unbewohnbares Haus aufzutun und die Erlaubnis zum Einzug zu erhalten. Dass auch Sohn Johann nach der Schule 1949 eine Maurerlehre aufnahm war dem Einfluss des Vaters geschuldet. Nach zwei Jahren legte er die Gesellenprüfung ab und hatte parallel an der Volkshochschule eine Qualifizierung absolviert, Hochschulzulassung erlangt. Dem Ruf der FDJ zur Hilfe beim Aufbau der jungen Republik und dem Versprechen Ingenieur-Offizier zu werden folgend, leistete Johann Lumnitzer 3 ½ Jahren Dienst bei der Kasernierten Volkspolizei, unterbrach das zuvor an der Ingenieurschule für Bauwesen in Leipzig begonnene Studium. An der Hochschule Magdeburg führte er dieses ab 1956 (dem Jahr seiner Eheschließung mit Hanna, Säuglingsschwester, verstorben 2015) fort und schloss es 1959 erfolgreich ab (Industriebau). Bei der Stadtbauleitung Dessau nahm er die Arbeit auf, wirkte an der Stadtgestaltung mit. Nach einem Jahr wechselte er zum Wohnungsbaukombinat Bitterfeld, spürte jedoch auch hier die Monotonie in den Arbeitsabläufen und nahm deshalb 1961 die Arbeit im Gasgerätewerk Dessau auf, wo ein großes Investprogramm interessante zehn Jahre Tätigkeit zuließen und zudem für die weitere berufliche Zukunft vielseitige Erfahrungen gesammelt werden konnten. Neugierig auf neue Herausforderungen wurde er Erzeugnisgruppensekretär im örtlichen Bauwesen, beendete schließlich seine berufliche Vor-Wende-Laufbahn im VEB Baureparaturen Dessau. Nebenberuflich 1968 als Grundstücksschätzer beginnend, erhielt er später vom Rat des Bezirkes Halle seine Zulassung als Sachverständiger für Bauwesen, arbeitete als solcher in der Selbstständigkeit von 1990–2003. Heute schätzt er die Ausgeglichenheit im gegenseitigen Verstehen, insbesondere mit seinen Kindern (Rechtsanwältin und Dipl.-Ing.), den vier Enkelinnen und zwei Urenkeln, die ihn alle stolz machen. Die Familie im Gleichgewicht zu wissen freut ihn und wenn er das noch gesund viele Jahre erleben kann, dann ist sein größter Wunsch erfüllt.
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