MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Gabriele Luckner

Aus dem Nichts erfolgreich eine eigene Existenz begründen

Gabriele Luckner

Dölauer Str. 25
06120 Halle
Fon: 0345 / 5400072

Gabriele Luckner ist ein sehr kreativer Mensch. Sie schätzt Offenheit und Ehrlichkeit und kann bei Ungerechtigkeiten sehr zornig werden. Geboren wird sie am 18. Mai 1949 in Rudolstadt. Die Eltern führen ein privates Textilgeschäft, die Tochter wird kein Pionier, tritt nicht der FDJ bei und beteiligt sich auch nicht an der Jugendweihe. Die Eltern verweigern die geforderten Treuebekenntnisse zum Staat und hängen an Feiertagen auch keine Fahnen raus. Trotzdem kann die Tochter die Erweiterte Oberschule (EOS) besuchen, eine vorgeschriebene kleine Quote für die Kinder von Selbstständigen schlägt der Ideologie ein Schnippchen. Die Funktionäre geben jedoch nicht auf, noch während des Abiturs im Jahr 1967 versucht man sie zum Eintritt in die Staatsjugend zu drängen, sie lehnt ab. Ein angestrebtes Anglistikstudium in Leipzig wird abgelehnt, ironischerweise kann sie dann dank der Fürsprache ihres persönlichen IM Pharmazie studieren, womit sie auch dem Vorschlag der Eltern folgt. Gabriele Luckner studiert zunächst in Jena, dann in Halle, wo sie während des „Bergfestes“ auch ihren Mann Martin kennenlernt. Im Jahr 1972 schließt sie ihr Studium mit dem Diplom ab, ist ein Jahr als Praktikantin im Arzneimittelwerk in Radebeul tätig und erhält danach ihre Approbation. Von 1973 bis zu dessen Tod ist sie mit ihrem Mann, der ihr Professor gewesen ist, verheiratet, die Kinder Tobias und Petra sind ebenfalls Apotheker. Nach deren Geburt gibt Gabriele Luckner ihre Arbeit zeitweilig auf und kümmert sich um die Sanierung des neu angekauften Hauses. Später tritt sie eine Stelle am Hygieneinstitut in der Burgstraße an und forscht hier über Amöben. Die Stuhlproben, die man den in der DDR tätigen ausländischen „Vertragsarbeitern“ abnimmt, sind für sie ein Stück „internationales Flair“. Ab 1992 eröffnet die Pharmazeutin eine eigene Apotheke in der ehemaligen Flaschenannahmestelle des Konsums neben dem Klinikum Kröllwitz. Sie bemüht sich um ein gutes Betriebsklima, legt Wert auf Seminare und Weiterbildungsveranstaltungen und organisiert Ausflüge und Betriebsfeiern. Heute führt der Sohn das Unternehmen im Sinne der Mutter weiter. Diese kauft später im mecklenburgischen Trittelwitz ein Haus, dessen Sanierung viele Mittel verschlingt. Nach mehreren Experimenten führt Gabriele Luckner das Haus seit Januar 2015 als Hotel, zurzeit gibt es hier 30 Betten. Die Versorgung mit Energie übernimmt eine Solaranlage auf dem Dach. Gabriele Luckner bemüht sich, mit ihren Möglichkeiten, arbeitslose Menschen im Ort zu unterstützen, muss aber immer wieder feststellen, dass es auch Unwillige gibt, die zur Selbsthilfe nicht bereit sind. Außerdem engagiert sie sich in der Stiftung „Kinder in Not“ und wirbt hier für Unterstützung.
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