MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Gerhard Lucas

Den Lebensunterhalt stets mit den eigenen Händen gesichert

Gerhard Lucas

Meister der Wasserwirtschaft
Alte Wache 1

04758 Oschatz OT Fliegerhorst

Beim Gespräch mit Gerhard Lucas trifft man auf einen Menschen, der trotz seines hohen Alters immer noch sehr agil wirkt und vor allem geistige Frische ausstrahlt. Er wird 1927 in Oschatz geboren, die Mutter verstirbt bei der Geburt der Schwester. Der Großvater, bereits über 70 Jahre alt und nur mit 83 Reichmark Rente ausgestattet, nimmt die beiden Kinder bei sich auf. Gerhard Lucas verlebt hier eine schöne Kindheit. Acht Jahre besucht er die Hans-Schemm-Schule in Oschatz und schafft es in die Begabtenklasse. Ab 1942 erlernt er den Beruf eines Gas- und Wassermonteurs bei den Stadtwerken in Oschatz, legt 1943 die Facharbeiterprüfung ab und erhält an seinem 17. Geburtstag die Einberufung zur Wehrmacht, wo er bei der Flak eingesetzt wird. Nach der Konferenz von Jalta im Februar 1945 verstärken die Alliierten ihre Luftangriffe auf deutsche Städte. Gerhard Lucas selbst gerät 1945 in US-amerikanische Kriegsgefangenschaft. In Eger kampieren 46.000 Mann unter freiem Himmel bei sehr schlechter Verpflegung. Anfang Juli 1945 wird der knapp 18-jährige junge Mann entlassen und kehrt nach Oschatz zurück. Hier läuft er seinem ehemaligen Meister in die Arme, der ihm hilft, so dass er am 13. August 1945 wieder in den Stadtwerken anfangen kann. Er lehnt ein Angebot ab, in Moskau Gesellschaftswissenschaften zu studieren. „Ich verdiene mein Geld mit meiner Hände Arbeit“ entgegnet er seinen Werbern. Im Jahr 1951 stirbt die Großmutter. Die Ehe mit seiner Frau Gertraud endet 1954 in einer Tragödie, als diese bei der Geburt gemeinsam mit dem Kind stirbt. Zwei Jahre später heiratet Gerhard Lucas seine zweite Frau Waltraut, eine Krankenschwester. Im selben Jahr wird der Sohn Bernd geboren, der später bei der Firma Wägetechnik Waagenbau arbeitet. Er beschert seinen Eltern den Enkel Stephan. Vom im nächsten Jahr geborenen Sohn Achim stammen zwei weitere Enkel. Achim arbeitet als Support-Spezialist (Ingenieur Elektrotechnik) und hat zwei Söhne (9 und 12 Jahre alt), welche in der Schule gute Leistungen zeigen. Gerhard Lucas besteht 1963 die Meisterprüfung als staatlicher Meister öffentliche Wasserversorgung (Wasserwerke) Ab 1970 arbeitet er im Glasseitenwerk Oschatz. Dort wird durch Verschmelzung von Rohglas zu Glasfäden, Glasseide-Fäden zur Festigung von verschiedenen Grundstoffen, wie Beton, Plaste, usw. beigetragen, und die Verstärkung ihrer Belastbarkeit erzeugt. Gerhard Lucas legt im Jahr 1971 die Prüfung als Heizmeister ab und ist für die Wartung und Instandhaltung der Dampfkessel und der Dampf- und Heißwasser-Leitungen verantwortlich. Ob bei minus 25 Grad im Winter oder plus 35 Grad im Sommer, Gerhard Lucas und sein Team müssen immer ran. Er erinnert sich noch gut daran, wie sie an einem Heiligabend von früh um 8 Uhr bis abends um 21 Uhr von einer Havarie zur anderen gerufen worden sind. Im Juli 1992 geht er in den wohlverdienten Ruhestand. Gerhard Lucas blickt mit Stolz auf sein Arbeitsleben zurück. Er verfolgt den Mauerfall 1989 mit einem Gefühl der Erleichterung und fährt mit seiner Frau 1993 in den Schwarzwald. Immer wieder freut er sich über den guten Familienzusammenhalt. Gerhard Lucas ist wunschlos glücklich und möchte 100 Jahre alt werden. Nachdem im Sommer 2014 seine Ehefrau verstorben war, zog er im Dezember 2014 in das „Betreute Wohnen“ in den ehemaligen Fliegerhorst Oschatz. Dort hat er sich gut eingelebt.
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