MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Ellen Lugert

„Freud und Leid sind ein Rad, das sich dreht“ Aus Indien

Ellen Lugert

Inhaberin Altmetallhandel
An- und Verkauf von Metallen
H.-H.-Franck-Str. 3, Gewerbegebiet Heuweg
06886 Lutherstadt Wittenberg
Fon: 03491 / 666808
Fax: 03491 / 666799
Funk: 0173 / 3802269
Internet: www.schrotthandel-wittenberg.de
E-Mail: info @schrotthandel-wittenberg.de

Hoch hinaus wollte die 1961 geborene Tochter eines Lokführers und einer Stationshilfe. Über den Wolken sollte ihre Zukunft sein, Stewardess wollte sie werden. Für Reisende indirekt zuständig wurde sie wirklich nach der 10. Klasse, allerdings bodenständiger als Facharbeiterin für Eisenbahntransporttechnik. Ihre Arbeit auf einem Stellwerk wurde unterbrochen durch die Geburt und Erziehungszeit von Tochter Nadine (1981). Tätigkeiten als Sachbearbeiterin im Eisenwerk und Verkäuferin im KONSUM folgten, Sohn Christoph erblickte das Licht der Welt (1987). Die Wende „war der Wahnsinn“, sagt sie heute. „In der Ladenkasse wurde das Geld gegen Westgeld getauscht, die ersten großen Persilkartons standen im Regal....“ Doch dann hielt der Kapitalismus Einzug. Stellen wurden gekürzt, sie gekündigt. Ehemann Gerhard (Dreher, verheiratet seit 1980) hatte zwar noch seine Arbeit in der Metallaufbereitung (Schrottplatz), doch auch Ellen Lugert wollte keinesfalls untätig bleiben. So folgte sie der Empfehlung ihres Mannes, sich auf eigene Beine zu stellen, wagte mit einem Miniladen den Schritt in die Selbstständigkeit. Die Möglichkeiten der Zeit erkennend, beschäftigte sie sich drei Jahre später mit der Verwertung von Fernsehgeräten, denn die zu DDR-Zeit erstanden 6000 Mark-Geräte wurden nach der Wende von den Menschen schnell durch moderne Technik ersetzt, was den Markt für ihre Tätigkeit erschloss. Als ihr Mann von seinem Betrieb (indessen Thyssen) die Kündigung erhielt und als Schwerbehinderter ein Jahr beurlaubt noch seinen Lohn erhielt, entstand schnell die Idee für den eigenen Altmetallhandel. Am 19.05.1994 wurde eröffnet und der Aufkauf Metalle jeder Art betrieben. Kunden sind Metallverarbeitende Betriebe, Klempner und Privatpersonen. Nach Sortierung und Wertschöpfung erfolgt der Weiterverkauf. Hoch und Tiefs haben sie seither erlebt, die Wirtschaftskrise 2008 nur mit früheren Rückstellungen überlebt. Zwei schwere Einbrüche bei denen alle Kupfervorräte gestohlen wurden, waren fast das Ende der Firma. Menschliche Enttäuschungen pflasterten den Weg. Doch auch positive Ereignisse erlebte die Familie. Noch heute erinnern sie sich alle an ihren schönsten Tag, dem 18.01.2010. An diesem Tag erhielten sie nach 3 ½ Jahren Wartezeit die Mitteilung, dass für Gerhard Lugert Spenderorgane zur Verfügung stehen, die seinem Leid als schwerer Diabetiker und nach Nierenversagen ein Ende bereiten würden. Mit diesem Geschenk eines neuen Lebens, atmete die Familie auf, schloss sich noch enger zusammen. Heute wohnen die Lugerts mit Tochter Nadine und Familie in einem Haus, arbeiten seit 10 Jahren mit ihr zusammen im Familienbetrieb, womit die Weiterführung des Unternehmens eine sichere Zukunft hat. „Wir sind eine richtig gute Familie“ sagt Ellen Lugert stolz und dass sie das für das Wichtigste im Leben hält. Bei der alljährlich stattfindenden Kartoffelpuffer-Party mit 30–35 Gästen kann man diese Lebenseinstellung und Lebensfreude erleben.
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