MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Ines Lufsky
Kleine Welt für junge Leute
Halle 5 e. V. Kinder- und Jugendzentrum
Windscheidstraße 51
04277 Leipzig
Fon: 0341 / 3055860
Internet: www.halle5.de
„Gutmütig und hartnäckig“, so beschreibt sich Ines Lufsky selbst.
Auf beide Eigenschaften ist die Geschäftsführerin eines Kinder- und
Jugendzentrums auch dringend angewiesen: gutmütig gegenüber ihrer
jugendlichen Klientel, hartnäckig im Kampf um Spenden und Fördermittel.
„Halle 5 e.V.“ ist ein 1992 von Jugendlichen initiiertes Freizeitprojekt.
Der Name leitet sich vom Vereinsdomizil ab, das sich im ehemaligen
Werkstoffprüfmaschinenkombinat befindet. Aus dem anfänglichen
Jugendclub hat sich mittlerweile eine beliebte und sinnvolle Anlaufstelle
für junge Leute entwickelt. Neben Freizeitaktivitäten bietet das Projekt
auch Prävention gegen Drogen oder Gewalt sowie Hilfe bei Bewerbungen
an. Zusätzlich zum offenen Treff gibt es noch die eigentliche
„Halle 5“, die für Konzerte, Kabarett und größere Feiern genutzt werden
kann. Prominente wie Günter Wallraff, Rosenstolz, Renft, Silly, Michel
Friedmann und das Leipziger Kabarett-Urgestein Bernd Lutz Lange
traten hier bereits auf.
Ines Lufsky hat den größten Teil des Projektaufbaus begleitet. Zu
„Halle 5 e.V.“ kam sie 1995. Damals hatte die gelernte Fotolaborantin
einige bewegte Berufsjahre hinter sich, in denen sie u. a. eine Umschulung
absolvierte und republikweit als Schriftsetzerin oder Werbekauffrau
arbeitete. Obwohl zunächst nur befristet als ABM-Kraft tätig, brachte
sich Ines Lufsky dennoch aktiv ein und bildete sich zur Fachkraft für
Sozialarbeit weiter. 1999 wurde sie Geschäftsführerin des Projekts. Sie
stellte sich damit enormen Herausforderungen. Die Aufbaujahre waren
vorbei. Von nun an ging es um Bestandssicherung. Sponsorengelder und
Fördermittel fließen seit einigen Jahren spärlicher, sodass die Aktivitäten
reduziert werden mussten. Die einstmals sechs Mitarbeiter starke
Belegschaft schrumpfte auf 2,5 Stellen zusammen. Hinzu kommen vier
ABM-Kräfte, sechs Ehrenamtliche sowie zwei Praktikanten.
Ines Lufsky verstand es bisher dennoch, die Schwierigkeiten zu
meistern. So wurde beispielsweise die Kooperation mit anderen Sozialprojekten
zum gegenseitigen Nutzen intensiviert. Zwar stöhnt die Chefin
gelegentlich über Stress und nervige Telefonate. Doch das hält sie nicht
davon ab, sich die Büroarbeit sogar mit nach Hause zu nehmen. Bei so
viel Engagement dürfte „Halle 5 e.V.“ recht gute Chancen haben, auch
die momentan schwierigen Zeiten zu überstehen.