MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Rudolf Ludewig
Goldener Meisterbrief
Tapeziermeister
01109 Dresden
Dankbar blickt Rudolf Ludewig auf sein Leben zurück, das er nach dem Prinzip “ora et labora” (“bete und arbeite”) zurückgelegt hat.
Es begann 1926 in Ränitz, einem Dresdner Ortsteil seit 1951. Hier im Norden der sächsischen Landeshauptstadt besuchte er die Volksschule Ränitz/ Hellerau, dann die Wirtschaftsoberschule in Dresden, die er mit der mittleren Reife abschloss. Mit 16 Jahren kam statt des Berufs der Arbeitsdienst, ein Jahr später rief die Armee ihn zur Offiziersausbildung, dann in den Krieg, an die italienische Front. Aus englischer Gefangenschaft gelang die Flucht nach Hof, er wurde wieder eingefangen, kam ins Straflager nach Regensburg. Endlich entlassen, kehrte er nach Ränitz zurück, wo sein Vater als Sattlermeister und Tapezierer eine eigene Firma hatte. In diesen beiden Berufen ließ er sich nun ausbilden, arbeitete an den verschiedensten Stellen in Dresden und Umland. 1956 konnte er seinen Meisterbrief machen, 2006 das Jubiläum feiern, für fünfzig Berufsjahre den Goldenen Meisterbrief in Empfang nehmen. 1964 hatte er das väterliche Geschäft übernommen, war als selbständiger Handwerksmeister ein gefragter Mann. Er kooperierte mit Einrichtungen des Gesundheitswesens und mit den Deutschen Werkstätten in Hellerau, einem Dresdner Traditionsbetrieb für hochwertigen Innenausbau. Mit Freude arbeitete jedoch sehr viel für die Privatkundschaft, die lange Wartezeiten in Kauf nahm, um ihre Polstermöbel, oft alte Stilmöbel fachgerecht, qualitätsbewusst beziehen zu lassen. Die Zeiten haben sich geändert, Material ist heute leichter und in größerer Vielfalt zu bekommen als unter DDR-Verhältnissen, aber die Nachfrage nach echter Handwerkskunst ist geblieben. Noch immer hat sich Rudolf Ludewig nicht zur Ruhe gesetzt, konnte am Markt bestehen, blieb körperlich fit.
Zu seinem optimistisch gestalteten Leben gehört das familiäre Glück mit den beiden Kindern, Sohn und Tochter. Frau Ursula hatte er 1950 geheiratet, beide haben Silber und Gold erlebt und sind nun in diamantenen Zeiten angekommen. Er lebt gern auf seinem Gartengrundstück und ist auch beim Wandern in der Natur zu Hause.