MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Gisela und Günter Lorenz

„Sei nun wieder zufrieden, meine Seele; denn der Herr tut dir Gutes.“ (Bibel)

Gisela und Günter Lorenz

Zahnärztliche Helferin
Pfarrer i. R.
Gerichtsstr. 34
09661 Hainichen
Fon: 037207 / 52183

Als Gisela Richter und Tochter einer Redakteurin und einer Buchhändlerin 1936 in Dresden geboren, haben sich die Erinnerungen an den Krieg – vor allem die Bombardierung Dresdens – tief in das Gedächtnis von Gisela Lorenz eingebrannt. Sie berichtet von ihrer Einschulung mit einer von der Mutter gebastelten Zuckertüte. Ausgestopft mit Papier, fanden sich obenauf ein paar Kekse, die ihre Oma für diesen Anlass aufbewahrt hatte. „Das war ein Hochgenuss und eine wahnsinnige Freude....“ beschreibt sie die herrschenden, bescheidenen Verhältnisse. „Wir haben aber kaum Schule gehabt, jede Schule war Lazarett geworden, wir lernten mit viel Unterbrechungen,“ erzählt sie weiter von der Zeit bis zum Abschluss der 8. Klasse. Der Vater empfahl eine anschließende Lehre in einer kaufmännischen, freien Schule. Doch ein halbes Jahr später wurde diese geschlossen, weil freie Schulen in der DDR nicht erwünscht waren. Zum Glück fand das junge Mädchen bei ihrer Zahnärztin nicht nur Verständnis für ihre Situation sondern auch die Bereitschaft, das ungelernte Mädchen als zahnärztliche Helferin auszubilden und anzustellen. Die Schließung dieser Zahnarztpraxis führte in eine andere, der Weggang des dortigen Zahnarztes in den Westen zum Verlust des Arbeitsplatzes. „Heute ist eins unserer 17 Enkelkinder Zahnärztin“, freut sich Gisela Lorenz über die Entwicklung ihrer Familie und in Erinnerung an die eigene Arbeit damals. 1960 heiratete Gisela Lorenz ihren Mann Günter. In Jahren 1961–1981 wuchsen der Familie fünf Töchter zu. Die junge Ehefrau war nur kurzzeitig nochmal beruflich tätig (Zahnarztpraxis Jugendzahnpflege Liebertwolkwitz) und kümmerte sich ansonsten um die Erziehung und Betreuung der Kinder, war Hausfrau und Mutter. Günter Lorenz, geboren 1936 in Dresden, wuchs in einer Familie mit vier Kindern auf. Bombenangriffe, der Aufenthalt in Luftschutzkellern, Bombentrichter in der Nähe der Elbe und wenige Unterrichtsstunden während der Schulzeit bestimmten auch seine Kindheit. Als er den erlernten Beruf (Kfz-Mechaniker) aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben konnte, studierte er in Leipzig im Missionshaus und wurde Pfarrer. Vier Jahren Pfarrerdienst folgte die Vermittlung der Zensuren zum Landeskirchenamt nach Dresden. „Ich hatte inzwischen erlebt, dass die Universitätskirche in Leipzig gesprengt worden ist, war selbst zuvor dort Chormitglied,“ erzählt er aus jener Zeit und davon glücklich über den Neuaufbau dieser Kirche zu sein. Der Einbestellung zum Superintendenten nach Mittweida folgte der Einsatz auf der Pfarrstelle Frankenau, Topfseifersdorf, die später um die Gemeinden Erlau, Schweigershain und Geringswalde erweitert wurde. Zeitweise wurde ihm auch noch die Verantwortung für den Pfarrkreis Mittweida übertragen. Seine Tätigkeit zeichnete sich durch guten Kontakt zu den Menschen aus. Den hat er aufrecht erhalten und trotzdem sagt Gisela Lorenz: „Ich denke heute oftmals wie gut es ist, dass wir jetzt mal unsere Ruhe haben, es allen gut geht, wir schnell mal mit jedem telefonieren können. 2020 feiern wir nämlich die Diamantene Hochzeit.“ Pfarrer Zehme, der ihn bewogen hat selbst Pfarrer zu werden, wurde zum Vorbild von Günter Lorenz, ebenso wie Bischoff Noth. Getreu ihres Trauspruches: „Sei dankbar in allen Dingen, denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus an Euch.“ (1. Thessalonicher 5:18) blicken die Eheleute auf ihren Lebensweg zurück. „Wir müssen jetzt im Alter überlegen, was wir noch tun und was wir besser unterlassen,“ sagt Günter Lorenz und seine Frau bedauert, dass die jährliche Fahrt zur Akademie nach Meißen zum indessen notwendigen Verzicht gehört. Noch lange zusammen sein zu können, die Entwicklung von Kindern und Enkeln miterleben zu dürfen und dass ihr Haus einst in gute Hände übergeht – das ist der größte Wunsch des Paars.
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