MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Anita Lommatzsch

Sesshaft und reiselustig

Anita Lommatzsch
Finanzökonomin

09337 Hohenstein-Ernsthal

Das eine schließt das andere nicht aus. Noch heute genießt Anita Lommatzsch die Zeit im einst mit ihrem Mann selbst erbauten Haus, im großen zum Grundstück gehörenden Garten. Andererseits gehören die vielen Reisen, deren Erlebnisse in wohlgeordneten Fotos nachwirken, zu den Höhepunkten ihres reichen Lebens. Geboren wurde sie 1938 im sächsischen Lichtenstein. Nach der 8. Klasse begann sie eine kaufmännische Lehre bei der örtlichen Bäuerlichen Handelsgenossenschaft (BHG). Hier fühlte sie sich gebraucht, hatte aber nur wenig Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln. 1969 nutzte sie die Chance, ins Bauamt beim Rat des Kreises in Hohenstein-Ernstthal zu wechseln, konnte sich im Frauensonderstudium zur Finanzökonomin qualifizieren, wurde als Referatsleiterin eingesetzt. 1991 hatte sie das Schicksal ihres Mannes Alfons zu teilen, u. a. beim Rat des Bezirkes tätig, in den neuen politischen Strukturen als zu DDR-staatsnah erachtet, eine Einstufung, die ohne Nachfrage auch für sie übernommen wurde. Anita Lommatzsch arbeitete vier Wochen für einen Baubetrieb, fand dann bei einem Chemnitzer Ingenieurbüro für sich (und für ihren Mann) neue Aufgaben, die zur Folge hatten, dass sie für zwei Jahre in Mannheim eine Zweitwohnung nahmen, das eigene Haus vermieteten. Doch noch im Jahr 1991 verstarb ihr Mann. Nach den zwei Jahren kehrte sie zurück, war aber weiter für das Ingenieurbüro überregional im Einsatz, konnte sich bis zur Rente 1998 meist nur an den Wochenenden am Zuhause erfreuen. Eisenhüttenstadt, Mecklenburg, Leuna hießen die Stationen. Aus der 1959 geschlossenen Ehe stammt ein Sohn, inzwischen ist die Familie um zwei Enkel erweitert. Anita Lommatzsch schätzt heute die Nähe eines Freundes, getrennt lebend, aber gemeinsam auf Reisen. Als Liebhaberin aller flugtauglichen Geräte zieht es sie meist in die Ferne. Mit dem Hubschrauber in den kanadischen Rocky Mountains oder auf Sri Lanka unterwegs, beim Drachenflieger-Lehrgang in den Alpen, beim Parasailing in der Türkei, im Segelflieger, Ultraleichtflugzeug, in der Cessna und natürlich in den großen Düsenjets beim Langstreckenflug nach China oder Südafrika erschaut sie die Welt von oben, aber auch die Ballonfahrt über der erzgebirgischen Heimat wird keineswegs verschmäht. Dabei haben es ihr auch Schiffsreisen angetan, auf der Donau, im Mittelmeer, im Schwarzen Meer, auf dem Nil, zum Nordkap oder zu den Kanarischen Inseln.
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