MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Peter Lorenz
Nicht anders, sondern besser sein
Lorenz Industrievertretungen GmbH Vorsitzender Kreiselternrat Mittelsachsen Talstr. 16 08371 Glauchau Fon: 03763 / 501531 Internet. KER-Mittelsachsen.de
Er ist Vater von fünf Töchtern. Und er ist stolz auf die fünf, ob auf die 30jährige, seine Älteste, oder auf das 10jährige Nesthäkchen. Peter Lorenz ist Geschäftsführer einer GmbH, die nationale und internationale Hersteller vertritt und Märkte für Innovationen in der Haustechnik aufbereitet. Auf seinen Dienstreisen hört er die Klagen vieler Handwerker, geeigneten Nachwuchs zu finden, dass mangelnde soziale Kompetenzen dem Vertrauen zwischen Alt und Jung schaden. Doch Bildung und Erziehung der jungen Generation seien die wichtigste Investition in die Zukunft, betont der fünffache Vater. Deshalb engagiert er sich als Vorsitzender im Kreiselternrat Mittelsachsen, im Landes- und Bundeselternrat. Es könne nicht sein, dass Elternhaus und Schule nur schlecht zueinander fänden, dass jeder die Verantwortung auf den anderen schiebe, mahnt der gebürtige Berliner. Peter Lorenz lernte Fahrzeugschlosser, spezialisierte sich zum Lokführer und war einer der wenigen Aktivisten, die mit 22 Jahren fast alle Baureihen führen konnten die auf der Schiene standen. Von der Rangierlok bis zur Großdiesel und Ellok. Selbst Dampfloks im Plan- und Sonderdienst waren eine Herausforderung. Nicht deren Beherrschung sei dabei die Hürde gewesen, sondern die Strecken, so Peter Lorenz. Er ist unzufrieden mit seiner Tätigkeit, will etwas bewegen. „Doch die Bahn verharrte schon im Stillstand“, erzählt er. 1988 verlässt Peter Lorenz die DDR. Bei der Hohenzollischen Landesbahn Hechingen, der größten nicht-bundeseigenen Einsenbahngesellschaft Baden-Württembergs, findet er eine Beschäftigung. Und wieder stößt er an Grenzen. Er wechselt den Beruf: Mit einem befreundeten Handelsvertreter im schwäbischen Gerlingen bereitet er nun Märkte in Baden-Würtemberg für neue Installationstechniken, Armaturen und Regelventile auf. Die Arbeit mit den Menschen, neuen Technologien und ein aktives Einbringen in den Vertriebsalltag sind spannende und interessante Herausforderungen. Einen Vorteil hat er aus seiner Tätigkeit als Lokführer mitgenommen: „Wer es schafft, einen 3.600 Tonnenzug mit gerade mal 2.000 PS sicher ans Ziel zu befördern, braucht keine Angst vor Lieferanten- oder Kundengesprächen zu haben, der weiß, was er will.... Mit der Wiedervereinigung eröffneten sich auch neue Perspektiven und Handlungsmöglichkeiten, die hin nach Sachsen und Thüringen führten. 1991 gründet er im sächsischen Waldenburg die „Lorenz-Industrievertretungen“, später in der großen Kreisstadt Glauchau. Seit nunmehr 20 Jahren ist Peter Lorenz als Vertreter für Produkte im Bereich Haustechnik unterwegs. Und das mit Leidenschaft. „Die Kunden kennen mich. Sie setzen auf Qualität, betont Peter Lorenz. „Man muss nicht anders, sondern besser sein. Verkaufen kann man alles, ausgenommen Probleme.“ Seit 2001 fand er, nach 11 Jahren pendeln zwischen Stuttgart und Waldenburg, seinen neuen Lebensmittelpunkt im sächsischen Waldenburg, seit 2008 mit einer eigenen Immobilie in Chursdorf, einem Naherholungsgebiet, geprägt von Büffelfarm und Wanderwegen, zwischen Burgstädt und Penig, nahe dem Ortsteil Amerika, der ihn gefühlt näher zu seinem acht Jahre jüngeren Bruder Alexander bringt, der seit seinem Studium in Howard nun in New Jersey lebt. Für die Eisenbahn interessiert sich Peter Lorenz noch immer. Und für seinen Oldtimer, einen Traktor, Baujahr 1961, den er poliert und putzt. Die nachfolgende Generation fit für die Zukunft zu machen, das liegt dem 51jährigen am Herzen. Für die Förderung von Bildung streitet er in seinen drei Ehrenämtern. Auch Politik und Bildung im Grunde das Richtige wollen, kommt bei den Kindern zu wenig davon an. „Eine Lokomotive muss gut ausgestattet und mit Betriebsmitteln gefüllt sein, damit sie den schweren Zug des Übergangs von der Schule in den Beruf über den Berg ziehen kann. Durchdrehende Räder bringen uns genauso wenig vorwärts, wie ein leerer Tank. Auf die Koordination aller Akteure kommt es an. Das ist die Herausforderung der neuen Zeit, der Umgang mit der nächsten, so anderen Generation.“, so Peter Lorenz.