MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Holm Lohse
„Genieße das Leben, so lange es blüht …“
Kunstschmiede
Hauptstraße 37
09600 Weißenborn
Fon: 037322 / 50110
Mit großer Liebe und Leidenschaft zum Beruf „Schmied“ kann er als Fachmann viel darüber berichten, zum Beispiel, dass das alte Traditionshandwerk weit mehr beinhaltet als mit Hammer und Amboss glühendes Metall zu formen. Vielfältige Anforderungen zeigen sich u. a. in der Metallgestaltung, Kunstschmiedehandwerk sowie in den verschiedenen Metallrestaurierungstechniken.
Das Licht der Welt erblickte er am 17.12.1968, wuchs in einer alteingesessenen Handwerkerfamilie auf und erlernte seinen Traumberuf Schmied. Bis zur deutschen Vereinigung war er für die Denkmalpflege tätig. Um sein Wissen als Kunstschmied zu vervollständigen, ging er in die alten Bundesländer auf „Wanderschaft“. 1993 beendete er sein Meisterstudium und verwirklichte sich mit einer eigenen Dorfschmiede seinen Jugendtraum.
Bei ihm erzählt alles vom Schmieden, doch ebenso von Muskelkraft und Fingerspitzengefühl, fundiertem Fachwissen und Kunstverständnis.
Seinen Beruf sieht er als Berufung und so zieht sich die Leidenschaft auch privat wie ein roter Faden durch sein Leben. Er sammelt alte Schlösser, Beschläge und Literatur, die von alten Handwerkstechniken berichtet und zeugt. So sind seine kulturhistorischen Kenntnisse über die vielen Stilepochen seiner umfangreichen Büchersammlung nicht verwunderlich.
Als Kunstschmied machte sich Holm Lohse mit bis zu zwei Mitarbeitern vordergründig im Bereich des Denkmalschutzes einen Namen. Kirchen, Burgen und Schlösser avancieren zum Objekt der Begierde und die Referenzliste wird von Jahr zu Jahr länger. Schloss Augustusburg, Burg Kriebstein, Freiberger Dom, die Stadtkirchen von Oederan, Frankenberg und Waldheim, Burg Mildenstein, verschiedene Bürgerhäuser und vieles mehr, er konnte sein Handwerk mit Restaurierung und Neuanfertigungen vertreten. Zu bereits Erwähntem gesellen sich Vergoldungen, Gürtler- und Kupferschmiedearbeiten, Metalldrückerarbeiten in Kupfer und Zinn oder Bauornamentik.
Tür-, Fenster- und Möbelbeschläge, Gitter, Tore, Geländer, Zäune, treibziselierte Grabtafeln, Schriftzeichen, Leuchten, Ausleger und, und und – ein geht nicht, gibt´s nicht.
Sein Handwerk spiegelt sich auch in der ortsansässigen Gaststätte „Schmiedestern“ wieder, deren Schmiedeflair er mit seinen gesammelten Zeitzeugen des traditionellen Schmiedehandwerks prägte, und die sich auch im Übrigen ganz dem Thema einer Schmiede widmet.
Als Ausgleich dienen weite Wanderungen mit seinen kaukasischen Schäferhunden und die sportliche Herausforderung des Radmarathons „Fichkona“. Per Rad nahm er bislang 4mal an diesem harten 24-Stunden-Nonstop Rennen über 601 km vom Fichtelberg zum Kap Arkona teil. Sein Credo: Schmiede das Eisen, solange es glüht, und genieße das Leben, solange es blüht.