MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Gerd und Sabine Bergner
Bis zur letzten Nachtschicht
Lokomotivführer
Erzieherin, Postangestellte
Flößberger Str. 2
04651 Bad Lausick OT Beucha
Die ganze Familie wurde von den Tagebauen im Leipziger Süden geprägt, Bruder und Schwester fanden dort ihre berufliche Heimat, der Vater war wie später Gerd Bergner als Lokführer im Einsatz. Die Mutter versorgte derweil das kleine landwirtschaftliche Anwesen. Geboren wurde Gerd Bergner 1952 in Pötzschau, die Schule besuchte er acht Jahre im benachbarten Dreiskau-Muckern. Die dreijährige Lehre als Maschinist absolvierte er in der Espenhainer Brikettfabrik. Nach der Armeepflicht konnte er sich zum Lokomotivführer weiterbilden, war von da an im Schichtdienst bei Kälte und Hitze, Regen und Schlamm im Einsatz. Weitere Aufgaben im Maschinenpark brachten Abwechslung. Seinen beruflichen Pflichten konnte er auch nachgehen, als mit dem Ende der DDR sich die Strukturen änderten. Noch wurde die Braunkohle aus dem Espenhainer Revier gebraucht. Als im Dezember 1999 der Abbau endete, fuhr er noch eine Nachtschicht, dann galt es nur noch, das Licht auszumachen. Bis zum Jahr 2002 wirkte er noch in einer Auffanggesellschaft, beauftragt, das alte Espenhainer Kraftwerk abzureißen, dann folgten zwei Jahre, in denen er für die Wasserwirtschaft tätig war. Nach zwei Jahren der Arbeitslosigkeit entschloss er sich, aus dem bisherigen Nebenerwerb im Fellhandel eine selbständige Vollbeschäftigung zu machen. Das eigene Viehzeug (Schafe, Gänse) hatte schon immer zu seinem Leben gehört, nun widmete er sich (unterstützt von seiner Frau) bis zum Ruhestand 2017 dem Aufkauf von Schaf- und Kaninchenfellen, verkaufte diese ebenso wie die Häute anderer heimischer wie exotischerer Tiere und Jagdtrophäen auf den Märkten der Umgebung, wo besonders der Puma-Kopf samt Fell (legal aus Kanada importiert) Aufmerksamkeit fand. Gegenüber des heutigen Domizils der Familie stand das Elternhaus seiner Frau, als Sabine Kreißig 1951 in Beucha (bei Bad Lausick) geboren. Sie wurde ebenso wie ihr Bruder von der elterlichen Landwirtschaft geprägt, war zeitig gewohnt, die Kühe zu hüten. Die Schule im Nachbarort Steinbach besuchte sie bis 1965, die 10. Klasse schloss sie an der Oberschule in Kitzscher ab. Ihre Ausbildung zur Säuglings- und Kinderkrankenschwester absolvierte sie am Bornaer Krankenhaus, arbeitete bis 1973 dort, zuletzt auf der Neugeborenenstation. Ab 1973 wechselte sie als Krippenerzieherin nach Bad Lausick, erwarb dafür eine Zusatzqualifikation. 1986 begann sie bei der Deutschen Post. Als die Beuchaer Poststelle 1992 geschlossen wurde, konnte sie bis 1994 noch als Landzustellerin arbeiten, dann wechselten Zeiten der Arbeitslosigkeit mit diversen Umschulungen. Sabine und Gerd Bergner beschreiten seit 1978 den gemeinsamen Lebensweg, im selben Jahr wurde Sohn Tim geboren, 1980 folgte Sohn Dirk. Vier Enkelkinder erfreuen die Familie.