MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Konrad und Lisa Berger

„Verachtet mir die Meister nicht“ (Richard Wagner)

Konrad und Lisa Berger

Schuhmachermeister
Verkäuferin
Kleine Seite 1
04654 Fohburg OT Eschefeld

Wie beim Hans Sachs aus Wagners Oper „Die Meistersinger von Nürnberg“ sind Gesang und Schuhmacherhandwerk bei Konrad Berger vereint. Der Vater hatte sich in Eschefeld auf einem Bauerngut seine Werkstatt gebaut. Familie Berger lebt immer noch dort. Konrad Berger, 1936 in Eschefeld geboren, wuchs mit drei Schwestern auf, Besuchte die Schule bis zum Abschluss der 8. Klasse. Eigentlich gedachte er nach seinen sportlichen Aktivitäten im Geräteturnen Sportlehrer zu werden, doch der Vater wollte ihn als Nachfolger. So lernte er in drei Jahren den Beruf in der väterlichen Werkstatt, besuchte dazu die Berufsschule in Leipzig. 1961 konnte er in Leipzig die Meisterprüfung ablegen, 1963 übergab ihm der Vater das Geschäft. Da er neben den Reparaturen auch einen kleinen Schuhhandel aufbaute, blieb keine Zeit, selbst Lehrlinge auszubilden. Von den Kunden wurde er aufgrund seiner Prinzipien Wertarbeit, Kompetenz, Exaktheit stets geschätzt, bis er im Jahr 2008 sein Gewerbe abmeldete, nur aus Freundlichkeit gelegentlich noch in der Werkstatt zugange ist. Im selben Ort, im selben Jahr nur 9 Tage nach ihrem späteren Mann geboren, ist Frau Lisa, geborene Auer, seit der Heirat 1958 an seiner Seite. Da der Vater im Krieg vermisst blieb, die Mutter früh starb, wurde sie ab dem 15. Lebensjahr mit ihrer jüngeren Schwester von den Großeltern aufgenommen. Nach dem Schulabschluss (8. Klasse) arbeitete sie noch ein Jahr wie ihre Mutter in der Textildruckerei Frohburg, begann dann eine dreijährige Lehre als Verkäuferin bei der Konsumgenossenschaft. 1958 wurde Sohn Thomas geboren, 1963 folgte Tochter Evelyn. Lisa Berger fühlte sich bei den Kolleginnen und Kunden des Konsums wohl, doch wurde sie ab 1963 im Familiengeschäft gebraucht, bei der Reparaturannahme, im Verkauf, kümmerte sich dazu um Haushalt und den Nachwuchs. Stolz kann das Ehepaar auf die Feier der „diamantenen“ Hochzeit verweisen und auf vier Enkelkinder, die das Leben der Familie bereichern. Die Freude am Singen begleitete Konrad Berger durch das ganze Leben, seit ihn sein Vater einst zum Männerchor Eschefeld mitgenommen hatte. Er blieb dabei, auch als daraus ein gemischter Chor wurde und sang auch im örtlichen Kirchenchor. Seit über fünfundzwanzig Jahre ist der Frohburger Lehrerchor sein künstlerisches Zuhause. Weltliche und geistliche Chorliteratur, Volkslieder und poppige Titel kommen dem Bassisten (der manchmal auch im Tenor aushelfen muss) und seinen Mitsängern über die Lippen. Selbst Fernsehauftritte bei „Schau ins Land“ gehörten schon dazu.
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