MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Manfred Berger
Arbeitsfleiß und Lottogewinn
Lokomotivschlosser
Lehrmeister
Rüdigsdorf 10
04655 Kohren-Sahlis
Ein hübscher Lottogewinn versüßte 2011 das Rentnerdasein von Manfred Berger. Bestimmender wurden jedoch der Fleiß und das technische Verständnis, welche sein Arbeitsleben prägten. 1929 wurde er schon in Rüdigsdorf geboren, einer Gemeinde im landschaftlich wunderschönen Kohrener Land (1945 schon nach Kohren-Sahlis eingemeindet). Im von den Großeltern überkommenen Haus, wo er zur Welt kam, lebt er heute wieder. Der Großvater war der letzte Nachtwächter des Ortes, dessen Nachtwächterglocke ziert heute ein Geschichtsmuseum in Leipzig. Manfred Berger wuchs mit zwei älteren Schwestern auf, die Mutter schneiderte, der Vater war Grubenarbeiter. Die örtliche Schule besuchte er von 1936 bis 1944, dann ging es – noch war Krieg – in den Altenburger Rüstungsbetrieb der HASAG AG. Durch das Ende des Krieges blieb auch die dort angefangene Lehre zum Werkzeugmacher ohne Abschluss, doch wurde das erste Lehrjahr angerechnet, als er wenig später bei der Philipp Holzmann AG in deren damaligem Frohburger Werk eine Ausbildung zum Lokomotivschlosser absolvierte. Als die Firma auf den Bau von Mähdreschern für Reparationsleistungen für die Sowjetunion umgestellt werden sollte, entschied sich Manfred Berger 1950 zum Braunkohlenwerk nach Borna zu wechseln, denn auch hier wurden Lokomotivschlosser gebraucht. Um gefährlichen Funkenflug zu verhindern, fuhren dort die Lokomotiven feuerlos nur mit gespeichertem Dampf. Nach einem halben Jahr wurde Manfred Berger schon als Vorarbeiter in der Werkstatt eingesetzt. Bis 1966 blieb er hier tätig, dann ergriff er die Chance, sich in der Erwachsenenweiterbildung zu qualifizieren, machte an der Bornaer Zweigstelle der Zwickauer Bergbauschule erst einen Abschluss als Meister der volkseigenen Industrie, dann als Lehrmeister. Danach wirkte er in der Lehrwerkstatt und lange Jahre in der Autowerkstatt des Polytechnischen Zentrums (praktischer Unterricht für Schüler der oberen Klassenstufen) in Witznitz. Mit der Heirat 1951 war die Familie nach Borna gezogen, bei Renteneintritt 1994 kehrte er nach Rüdigsdorf zurück. Als Frau Irmgard (deren Familie durch die Flucht vor der Front 1945 aus Schlesien nach Rüdigsdorf gekommen war) 1997 verstarb, blieben Tochter Sabine (1948 geboren) und Sohn Thomas (1962) sowie die vier Enkel Manfred Bergers wichtigste Bezugspunkte. Später lernte er beim Seniorenball seine heutige vertraute Lebenspartnerin kennen.