MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Irma Bergmann
In der Arbeit und mit der Familie Erfüllung gefunden
Textilverkäuferin
Neue Seelingstädter Str. 14
04668 Grimma OT Beiersdorf
Irma Bergmann ist ein sehr naturverbundener Mensch und hat immer gern im Garten gearbeitet. Sie blickt auf ein hartes, arbeitsreiches und erfülltes Leben zurück und schätzt gerade deshalb ehrliche und fleißige Menschen.
Irma Bergmann kommt am 4. Januar 1926 zur Welt und wächst in Seeligenstädt mit vier Halbgeschwistern auf. Der Vater geht voll in seiner Arbeit in der Landwirtschaft auf, die Stiefmutter ist eher kalt, doch die Tante Frieda Michael ist wie eine zweite Mutter zu ihr. Irma Bergmann denkt gern an die Schlittschuhfahrten in Holzpantoffeln zurück, wird aber auch sehr früh zur Arbeit herangezogen. Sie geht acht Jahre in Seeligenstädt zur Schule, viele ihrer Klassenkameraden bleiben im Krieg, auch der Vater muss ausrücken. Irma Bergmann und ihre Familien erleben den Einmarsch der US-Amerikaner und der Russen und lernen das Elend der einquartierten Flüchtlinge kennen.
Irma Bergmann träumt davon, einmal Köchin zu werden, stattdessen muss sie bis zu ihrer Hochzeit im Jahr 1948 auf dem Hof der Eltern mitarbeiten. Der Ehemann Hermann Bergmann trägt zufällig denselben Familiennamen wie sie, so dass die Papiere nicht viel Mühe bereiten. Er ist Gießer und Former in der Gießerei in Grimma. Die jungen Eheleute freuen sich schon die Woche im voraus auf den Tanz am Wochenende. Im Jahr 1950 kommt die Tochter Traudel zur Welt, die als Einkäuferin im Maschinenbau arbeitet und heute noch im Haus der Mutter wohnt, der sie auch eine Enkelin beschert hat.
Später absolviert Irma Bergmann eine Umschulung zur Textilverkäuferin für Herrenmode und arbeitet dann im Großhandel. Später wechselt sie an eine Schule, wo sie „Mädchen für alles“ ist und erlebt als Postzustellerin die Freude der Menschen, wenn sie von ihr ein „Westpaket“ überreicht bekommen. Zu dieser Zeit muss sie das Geld für die Zeitungen noch selbst abkassieren.
Irma Bergmann geht krankheitsbedingt 1984 mit 58 Jahren in den Vorruhestand und kurz danach noch als DDR-Bürgerin in den Westen fahren. Sie blickt mit Stolz auf ein erfülltes Leben, vor allem im Beruf zurück und freut sich, dass in der Familie alles gut funktioniert.
„Ab 1989 habe ich die Zeitungen zum ersten Mal von der ersten Seite an gelesen“, erinnert sich Irma Bergmann an die turbulente Zeit der Wende, mit der sie nicht mehr gerechnet hat.
Sie ist sehr glücklich darüber, immer noch körperlich und geistig fit zu sein und freut sich in jedem Jahr immer wieder auf die traditionellen Feste im Kreise ihrer Lieben, die sie dazu gern von zu Hause abholen. Irma Bergmann lebt sehr gern in ihrer Heimatregion und hätte in ihrem Leben gern Fremdsprachen beherrscht.