MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Hildegard und Werner Bergmann
Ehrlichkeit ist das wichtigste Gut
Landmaschinenschlosser, Kraftfahrer i. R.
Schneiderin, Küchenhilfe i. R.
Am Kalkofen 6
04749 Ostrau OT Obersteina
2016 feiern Hildegard und Werner Bergmann ein besonderes Jubiläum, das nicht vielen Paaren vergönnt ist – die Diamantene Hochzeit. Sechs Jahrzehnte zogen sie an einem Strang, machten alles gemeinsam und sehen Ehrlichkeit in der Familie, doch ebenso bei anderen Menschen als das wichtigste Gut an.
Geboren wurde Werner Bergmann am 04.03.1936 in Obersteina. Für die berufliche Zukunft träumte er von Zugmaschinen. Mit einer Lehre zum Landmaschinen- und Traktorenschlosser sollte dieser Traum Wirklichkeit werden. Er begann als Traktorist bei der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft Auerschütz. Nebenbei reparierte er Mopeds, Motorräder wie Automobile und natürlich hat das eigene Auto nie eine Werkstatt gesehen.
Erst 18 Jahre alt, wechselte er als Kraftfahrer an die Mühle in Pegau. In diesem Ort lernte er auch seine Hildegard kennen, die er 1956 heiratete. Aufgrund der Wohnungsproblematik führten die Wege zurück an die LPG Auerschütz. Dort erhielten sie ihre erste Wohnung. 1962 kaufte das Paar ein Eigenheim in Obersteina.
Um sich finanziell zu verbessern, ging Werner Bergmann zur Stadtwirtschaft Döbeln, arbeitete ein Jahr als Autoschlosser sowie neun Jahre als Kraftfahrer. Er nahm einen letzten Wechsel zur zwischenbetrieblichen Bauorganisation Merschütz vor, fuhr Busse und wurde zum König des Gitterkrans. Nochmals 17 Jahre dort tätig, bewegte er am liebsten diesen spektakulären Kran. Unaufmerksamkeit durfte er sich nicht erlauben, plaudert jedoch davon, die besten Zeiten auf dem Kran erlebt zu haben. 1991 ging er in den Vorruhestand.
Hildegard Bergmann wurde am 12.03.1936 in Klein-Elguth/Schlesien geboren. Nach furchtbarster Flucht kam ihre Familie in Großstorkwitz bei Pegau an, wo sie die Schule sowie ihre Lehre zur Schneiderin beenden konnte. Bis zum Umzug blieb sie in der Fa. „Lederbekleidung Sölle“, begann als Kinderbetreuerin in der Kindereinrichtung Obersteina, übernahm anschließend eine Stelle in einer Backstube und verbrachte viele Jahre als Küchenhilfe an der Grundschule von Obersteina. Aufgeben wollte sie ihre Arbeit nicht, hörte jedoch auf den Rat ihres Mannes und reichte 1991 die Kündigung ein. Ihr Mann sollte Recht behalten. Noch gleichen Jahres wurde die Schule geschlossen.
Zu DDR-Zeiten baute Werner Bergmann für Sohn Uwe eine komplette Wohnung an seinem Haus an – ein bedeutendes Lebenswerk, da Baustoffe kaum erhältlich waren. Auch gehörte er viele Jahre der Feuerwehr an, wurde bei dieser 2. Kreismeister im Kampfsport und liebt es heute über alles, bei Gartenarbeit seine vielfältige Technik zum Einsatz zu bringen.
Und selbstverständlich wird viel Zeit mit zwei Enkeln sowie drei Urenkeln verbracht und dies soll auch noch lange so bleiben.