MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Günther Berger
Von der Tugend der Pünktlichkeit
Fahrdienstleiter Deutsche Bahn
Berbersdorfer Str. 1
09661 Striegistal OT Arnsdorf
Fon: 037207 / 3937
Dank Günther Berger und seinen Berufskameraden fahren die Züge oft viel pünktlicher als wir glauben. Für die Tugenden des Metiers, neben der Pünktlichkeit gehören auch Zuverlässigkeit und logistisches Denken dazu, steht Günther Berger mit seiner Persönlichkeit.
1954 im mittelsächsischen Hainichen geboren, wuchs er mit einer Zwillingsschwester in Arnsdorf auf, im Elternhaus ist er heute noch wohnhaft. Er besuchte die Grundschule am Heimatort, die Mittelschule in Greifendorf, den Abschluss der 10. Klasse absolvierte er an der „Eduard-Feldner-Oberschule“ in Hainichen. Am Bahnhof Hainichen erkundigte er sich nach Möglichkeiten, eine Lehre bei der Deutschen Reichsbahn aufzunehmen, die Sicherheit der Anstellung und die damals noch übliche Uniform übten Reiz aus. Seine Ausbildung zum Betriebs- und Verkehrsdienst dauerte zwei Jahre, danach hatte der Bahnhof Hainichen keinen freien Posten und delegierte ihn ins damalige Karl-Marx-Stadt (heute wieder Chemnitz), wo er im Rangierbahnhof Hilbersdorf eingesetzt wurde. Die ersten zehn Jahre hieß es mit einem Platz im Eisenbahnerwohnheim vorlieb zu nehmen, dann fand sich eine kleine Nebenwohnung. Vierundzwanzig Jahre blieb er dort, stets im Schicht- und Wochenenddienst im Einsatz, fühlte sich persönlich anerkannt und im Kollektiv wohl, erlebte den Wechsel zur Deutschen Bahn AG. Neue Strukturen machten 1996 den Rangierbahnhof überflüssig, Günther Berger freute es, weiter in Arnsdorf zu Hause, nun im angrenzenden Berbersdorf (beides inzwischen zur Gemeinde Striegistal gehörend) als Fahrdienstleiter eingesetzt zu werden. 1998 wurde die zugehörige Strecke stillgelegt, in Hainichen, wo er einst gelernt, wurde er bis 2001 tätig, dann entfiel auch auf jener Strecke der Öffentliche Personennahverkehr. So wechselte er ins nahe Roßwein, wo er bis heute für den rollenden Schienenverkehr verantwortlich zeichnet.
Von den Anforderungen des Berufs fand er stets Ausgleich im großen Garten. Für eine intensive Bewirtschaftung bleibt ihm zwar wenig Zeit, aber die Erholung, das selbst geschlagene und gespaltene Holz, die Früchte der Obstbäume, das gute Verhältnis zum Gartennachbarn geben ihm die Chance, beruflichen Stress auszutarieren.