MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Dipl.-Phys. Klaus-Dieter Bergmann

Der Weg eines Spezialisten aus der DDR

Klaus-Dieter Bergmann

Doppelreihe 9
06849 Dessau-Roßlau
Fon: 0340 / 8500524

Der 1947 geborene Klaus-Dieter Bergmann hatte als Kind den Wunsch, Maurer und danach Bauingenieur oder Architekt zu werden. Er war einer der ersten, der die Möglichkeit erhielt, Abitur mit Berufsausbildung zu machen, freute sich auf die Ausbildung als Maurer. Doch kurz vor Beginn hieß es: Maurer hätte die DDR derzeit genug, aber Landwirte würden fehlen. Damit konnte der junge Mann keine Zukunftspläne verbinden und änderte seine Ausbildungsrichtung in BMSR-Mechaniker. 1966 schloss er die Ausbildung ab und nahm unmittelbar im Anschluss ein Physikstudium an der Universität Halle auf, das er 1971 als Dipl.-Physiker erfolgreich abschloss. Im gleichen Jahr heiratete er seine Frau Jutta (geb. 1949, Handelskauffrau und Diplom-Wirtschaftlerin). Die Familiengründung beeinflusste seine Entscheidung, wo er beruflich künftig aktiv werden wollte. Der VEB Filmfabrik Wolfen bot nicht nur gute Verdienstmöglichkeiten, sondern auch Wohnraum, und so nahm er dort die Arbeit auf. In der Magnetbandforschung beschäftigte er sich mit Anwendungsgebieten der magnetischen Speicherung und nach dem Bau der Magnetbandfabrik in Dessau zog auch er mit der Magnetbandforschung nach dort um und wurde bald Abteilungsleiter der Audioband-Forschung. Mit der Wende wurde der Bereich Forschung als erstes aufgelöst, er arbeitete nun im Bereich Marketing und Vertrieb. Hier nutzte er mit einem kleinen Team die neuen Möglichkeiten und ein neues Studioband wurde entwickelt, das u.a. auf der Funkausstellung auf reges Interesse der Fachwelt stieß. Jedoch das Ende der Magnetbandfabrik begann sich abzuzeichnen, was in seinem Tempo der Wende zuzuschreiben war, nicht aber in seinen technischen und ökonomischen Ursachen, sondern hauptsächlich der rasanten technischen Entwicklung hin zur optischen und Festkörperspeicherung. Klaus-Dieter Bergmann nutzte eine sich bietende Chance und wurde Niederlassungsleiter eines Baustoff-Spezialhandels bei Leipzig. Eine harte, aber schöne Zeit, denn er lernte Betriebs- und Marktwirtschaft in der Praxis. Nach acht Jahren Tätigkeit als Niederlassungsleiter wurde das mitteständische Unternehmen an ein englisches Konsortium verkauft und im Zuge dessen verlor Klaus-Dieter Bergmann seinen Arbeitsplatz. Nachdem er dann zwei Jahre bei einem anderen Baustoffhandel tätig war, wechselte er zum Klöckner-Konzern und nutzte später die Möglichkeit, über die Alters-Teilzeitregelung vorzeitig in die Rente zu gehen. Diese Entscheidung war auch beeinflusst durch den angegriffenen Gesundheitszustand von Ehefrau Jutta. Jutta Bergmann erinnert daran, wieviel Potential durch die Umbruchzeit der Wende verloren gegangen ist. Etliche hoch qualifizierte Spezialisten wurden entlassen, arbeiteten nun als Verwalter der städtischen Schwimmbäder oder als Koordinator der städtischen Abfallwirtschaft. Im Ergebnis der friedlichen Revolution wurde ein großer Teil der Intelligenz der DDR ausgesondert – ein erschreckender Fakt! Jutta Bergmann hatte die Wende als stellvertretende Fachdirektorin der HO Industriewaren erlebt. Der Auflösung der HO folgten Qualifizierungsmaßnahmen für sie mit dem Ziel, eine neue Herausforderung annehmen zu können. Die fand sie denn auch noch viele Jahre als Ausbilderin und Dozentin in verschiedenen privaten Bildungsträgern. „Uns geht es gut“, sagen die Bergmanns heute, und doch sehen sie mit Sorge, dass indessen nur noch das Geld regiert, ideelle Werte völlig verloren gehen. Sie sind stolz, dass Tochter Katja (promovierte Sprachwissenschaftlerin) so erfolgreich ihr Leben gestaltet und ihnen dazu auch noch zwei muntere Jungen als Zwillingsenkel geschenkt hat.
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