MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Jürgen und Brigitte Linke
Verwurzelt in der Mitte Sachsens
Landmaschinen- und Traktorenschlosser
Fleischfachverkäuferin
Öhninger Str. 2
04769 Mügeln OT Sornzig
In der von Landwirtschaft und Obstbau geprägten Gegend um Mügeln in Mittelsachsen spielt das Leben von Brigitte und Jürgen Linke. In Kiebitz (heute Ortsteil von Ostrau) kam er 1950 zur Welt. Sieben Hektar Land und etwas Vieh gehörten der Familie, da wurden die Kinder von Jugend auf mit eingespannt. Die Schule schloss Jürgen Linke 1967 mit der 10. Klasse ab. Im Kreisbetrieb für Landtechnik in Hof wurde er zum Landmaschinen- und Traktorenschlosser ausgebildet. Dann rief für drei Jahre die Armee. Zurück im Zivilleben begann er bei der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) von Sornzig als Traktorist und in der Werkstatt, war in späteren Jahren aber vorwiegend an der Zugmaschine eingesetzt. Als mit dem Ende der DDR 1990 Umstrukturierungen in der Landwirtschaft anstanden, wurde er für zwei Jahre arbeitslos, begann dann für fünfzehn Jahre als Kraftfahrer der Bäckerei Wentzlaff, belieferte Filialen und Märkte zwischen Leipzig und dem Vogtland. Als die Gesundheit es nicht mehr zuließ, dass er von ganz früh am Morgen an unterwegs war, ging er vorzeitig in den Ruhestand. Seit dem Jahr 1972 ist Frau Brigitte an seiner Seite. Sie wurde als Brigitte Birnbaum 1953 in Mügeln geboren. Der Vater arbeitete als Gärtner, die Mutter blieb Hausfrau, denn neben den Kindern galten ihre Sorgen dem Feld, dem Garten und dem Vieh. Da mussten auch Brigitte und ihre Geschwister mit anpacken. Nach dem Abschluss der 10. Klasse in Mügeln 1968 ließ sie sich zur Fleischfachverkäuferin bei der Konsumgenossenschaft Oschatz ausbilden. Eigentlich hatte sie einen pädagogischen Beruf ergreifen wollen, doch die dazu nötige tägliche Fahrt nach Leipzig schreckte ab. Die Lehre beim Konsum schloss ein besonders interessantes Praktikum in der Wermsdorfer Fleischerei ein. Brigitte Linke übernahm dann eine Verkaufsstelle in Baderitz, doch schon bald forderte die Familiengründung Auszeiten. 1971 kam Tochter Annett zur Welt, dann folgten 1974 Sohn Remo, 1977 Tochter Sandra und 1978 Tochter Sina. Um Haushalt, Kinder und Arbeit unter einen Nenner zu bringen, entschied sie sich, danach nur halbtags als Verkäuferin, nun bei der Konsumverkaufsstelle in Zävertitz, aktiv zu sein. Mit dem Ende sozialistischen Wirtschaftens war auch ihre Arbeit beim Konsum in Frage gestellt. Da entschloss sie sich, ein Angebot als Verkäuferin für einen Mügelner Getränkemarkt anzunehmen. Zweiundzwanzig Jahre genoss sie dort das Vertrauen der Inhaber und vor allem der Kunden. Als dann der Markt geschlossen wurde, ihr Arbeitslosigkeit drohte, fand sie beim Getränkemarkt Finke aus Leisnig neue Aufgaben, wirkte auch nach dem Renteneintritt noch einige Zeit als Aushilfe. Brigitte und Jürgen Linke freuen sich über sieben Enkelkinder. Der Garten, die Hühner und Hasen fordern sie immer noch.