MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Gerda Lippold

Mit sich selbst in Frieden leben

Gerda Lippold

Kindergärtnerin
09661 Hainichen OT Gersdorf
Chemnitzer Str. 25

Gerda Lippold nimmt das Leben, wie es kommt und bleibt dabei stets gelassen. Sie hat es am liebsten, wenn die Menschen, die sie umgeben, authentisch und glaubwürdig sind. Geboren wird sie am 21. Juni 1943 im schlesischen Schönbrunn, an die Flucht der Familie zwei Jahre später hat sie keine Erinnerungen. Dafür erinnert sie sich umso besser an sowjetische Soldaten, die ihr über den Kopf streicheln. Der Vater ist im Krieg gefallen, die Mutter muss die fünf Kinder allein großziehen, sie ist für Gerda Lippold bis heute ein Vorbild geblieben. Diese erinnert sich an eine schöne Kindheit, wo sie und ihre Spielgefährten stets fest zusammengehalten haben. „Wir hatten einfach keine großen Ansprüche, das Essen wurde so genommen wie es kam“, erinnert sie sich. Ab 1950 besucht Gerda Lippold die Schule. Der Hin- und Rückweg ist jeweils sehr lang und anstrengend, was dem kleinen Körper schon eine Menge abverlangt. Aber auch dies ist in der damaligen Zeit nichts Besonderes. Die junge Frau träumt davon, einmal Frisöse zu werden, doch dann entscheidet sie sich für den Beruf einer Kindergärtnerin. „Wir waren im Internat 16 Mädels in einem Raum und trotzdem hat es nie Streit gegeben“, erinnert sie sich an eine schöne Zeit. Nach der Ausbildung tritt sie ihre erste Stelle in Niederwiesa an, der Kindergarten besteht aus fünf Gruppen, die Erzieherinnen und ihre Leiterin bilden ein gutes Team. Im Jahr 1963 heiratet Gerda Lippold ihren Mann Walter, aus der Ehe gehen im Januar und im November 1963 die Kinder Susan und Olaf hervor, die Tochter ist Bürofachfrau, der Sohn Schweißer. Ihr Mann verstirbt im Jahr 2013. Das junge Paar wohnt die ersten zwölf Jahre in einem Gasthof, in den Jahren 1976 bis 1978 bauen sie die Scheune des Schwiegervaters zu einem Haus um. Nach der Geburt des Sohnes kümmert sich Gerda Lippold in den folgenden drei Jahren vorrangig um die Familie und kehrt dann, zunächst halbtags, in ihren Beruf zurück. Diesen gibt sie 1980 auf, sie fühlt sich einfach ausgelaugt. Später arbeitet sie in Hainichen in der Ziegelei und in der Kantine der Barkaswerke. Nach der Wende schult sie zur Floristin um und genießt nun ihre Rente. „Das Haus ist abgezahlt, ich komme derzeit gut zurecht“, meint sie. Gerda Lippold blickt mit Stolz auf ein arbeitsreiches Leben zurück, sie lebt sehr gern in ihrer Heimatregion und schätzt ihre netten Nachbarn. Den Tag verbringt sie mit dem Lösen von Kreuzworträtseln, auch im Haus und im Garten gibt es stets etwas zu tun. „Das Grundstück ist sehr groß, so ist für die körperliche Ertüchtigung gesorgt“, meint sie lachend. Noch heute fährt Gerda Lippold zum Einkauf mit dem Fahrrad nach Hainichen. Sie verbringt viel Zeit mit ihrer Freundin Marlene und träumt von einer Rundreise durch Deutschland.
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