MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Heinz Lischke

Den guten Kampf des Glaubens gekämpft

Heinz Lischke
Pastor i. R.

Am Obstmustergarten 21
39261 Zerbst
Fon: 03923 / 4440

In Gallneukirchen, Österreich wurde eine Straße nach ihm benannt, mit dem Schlesieradler in Gold und sogar mit dem Bundesverdienstkreuz ist er gewürdigt worden – Ehrungen für ein Leben, das durch den Krieg tiefste Wandlung erfuhr. Heinz Lischke stammt aus Breslau, 1927 wurde er dort geboren. Er lernte Technischer Zeichner, wurde aber 1944 zum Reichsarbeitsdienst eingezogen und im Jahr darauf als Angehöriger der Waffen-SS gefangen genommen. Ja, er war ein Hitlerjunge. Aber in den nun folgenden Jahren, in den Lagern der Amerikaner und Russen vollzog sich in ihm die entscheidende Wende seines Lebens. Nach fünf Jahren in Russland kehrte er als bekennender Christ nach Deutschland heim. Sein neuer Wohnort war nun Lingen an der Ems. Von hier aus bewarb er sich gleich 1950 in Ostberlin am evangelischen Missionshaus, um an der Predigerschule zum Pfarrer ausgebildet zu werden. Allerdings wurde er nach zwei Examina aus der DDR ausgewiesen. Eine Anstellung fand er als CVJM-Jugendsekretär in Ostfriesland. Nach dem Juni-Aufstand des Jahres 53 wurde er vor die Frage gestellt, ob er wieder in die DDR gehen wolle. Er entschied sich dafür und wurde Vikar bei einem Pfarrer in Wittenberg. Der folgte aber noch im selben Jahr, 1954, einem Angebot nach Zerbst. Heinz Lischke wurde von ihm dorthin mitgenommen und schon bald darauf zum Pastor ordiniert. Sein Wirken in Zerbst begann mit dem Aufbau von Kirche und Pfarramt und dem Sammeln der verstreuten Gemeinde. 1956 hatte er seine erste eigene Pfarrstelle. Zwei Jahre später wurde er nach Grimme versetzt, nach weiteren sieben Jahren nach Dessau-Alten. Seine Frau Anni wollte aber gern nach Zerbst zurück, insbesondere ins Haus ihrer Eltern. Und so kam es, dass der Pastor Lischke nach 12 Jahren an seine erste Wirkungsstelle zurückkehrte und dort noch über 20 Jahre tätig war. An dem Tag, an dem er 65 wurde, ist er in den Ruhestand gegangen. Aktiv ist er dennoch geblieben. So in der Gemeinschaft evangelischer Schlesier in Sachsen-Anhalt, die er 1992 in Dessau gründete und deren Vorsitzender er bis 2008 war. Stark hat er sich hier eingesetzt für die Aussöhnung von Deutschen und Polen. Früher hatte er sich als Kreisjugendpfarrer, Kreisdiakoniepfarrer sowie Landesbeauftragter für evang. Männerarbeit engagiert. Heute singt er noch im Kirchenchor, malt, zeichnet, schreibt Gedichte… Seine Frau ist verstorben. Geblieben sind ihm Sohn und Tochter. Und das Leben – für ihn ein einziges Geschenk.
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