MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Ingrid Linke
Ein Leben für die Kultur
Vorsitzende des Oberbarnimer Kulturvereins
Waldstr. 16
16259 Bad Freienwalde
Fon: 03344 / 2540
Eine glühende Lokalpatriotin kommt 1938 in Bad Freienwalde zur Welt, Ingrid Linke. Nach der Schule erlernt sie beim Deichverband den Beruf eines Industriekaufmanns. Anschließend absolviert sie an der Fachschule für Staat und Recht in Weimar ein Studium. 1962 übernimmt Ingrid Linke die Leitung eines Jugendklubhauses und ist fortan im Bereich der Kultur tätig. Durch ein Fernstudium der Kulturwissenschaft an der KHB Weißensee qualifiziert sie sich weiter, auch um ihrer Aufgabe beim Rat des Kreises, bei dem sie für Kultur verantwortlich ist, gerecht zu werden.
Seit Mitte der 70er Jahre setzt sie sich für den Erhalt der „Kleinen Kirche“ ein. Diese sollte nämlich abgerissen werden, doch dank ihres Vetos und ihrer Hartnäckigkeit kann dies verhindert werden und in den folgenden 10 Jahren wird das historische Gebäude mit Hilfe von Feierabendbrigaden und ihrem unerschütterlichen Optimismus wieder aufgebaut. So wird aus der ehemaligen Georgenkirche ein wunderschöner Konzertsaal in dem namhafte Künstler und Gäste auftreten. Ab 1990 ist sie Amtsleiterin der Stadt Bad Freienwalde für Kultur, Bildung, Sport und Soziales bis sie 1996 einem jüngeren Kollegen das Feld überlässt. Ehrenämter bekleidet Ingrid Linke sowieso, schon von 1967 an ist sie Mitglied des Redaktionskollegiums des Freienwalder Heimatkalenders und seit 1975 ist sie Vorsitzende der Arbeitsgruppe „Denkmalpflege Bad Freienwalde“. 1990 gründet sich der Oberbarnimer Kulturverein e.V. aus der Angst heraus, was wird jetzt mit der Kunst und der Kultur passieren. 1997 übernimmt Ingrid Linke ehrenamtlich deren Vorsitz. Seit 1992 finden im St. Georg auch heimatkundliche und politische Foyergespräche statt, so gehören z.B. Richard von Weizsäcker oder Armin Müller-Stahl zu den illustren Gästen. Ab 1998 übernimmt der Verein die volle Verantwortung für St. Georg. Fortan organisiert der Verein die Programme, jedes zweite Wochenende findet ein Konzert statt. Da die drei Töchter inzwischen eigene Familien haben und ihr Ehemann Dietmar 1999 verstirbt, bestimmt der Verein ihr Leben.
Ich hatte Glück, dass ich immer das machen konnte, was mir Spaß macht, sagt sie heute. Und ohne die Hilfe und Unterstützung vieler Freienwalder hätte sie es nicht allein geschafft, meint sie, den Konzertsaal St. Georg zum kulturellen Kleinod gemacht zu haben.
Als Anerkennung ihrer Leistung erhält Ingrid Linke am 28.8.2008 die Ehrenbürgerschaft von Bad Freienwalde.