MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Heike Linke

Karl May, eine Lehrerin und Scholl-Latour

Heike Linke
Lehrerin

09573 Leubsdorf

Als junges Mädchen hat sie Karl May verschlungen. Sie kennt alle Reiseabenteuer, die die Old-Shatterhand-Legende im wilden Westen Nordamerikas und im Orient des 19. Jahrhunderts erlebte. Lesestoff, der sie geprägt und ihre Lese- und Reiselust geweckt habe, meint Heike Linke. Und ihre Sammelleidenschaft für Reiseunterlagen jeglicher Art. Besonders alte Bücher dieses Genres hätten es ihr angetan. Heute beschäftigt sich die ehemalige Lehrerin viel mit historischen Stoffen. Sie will das Warum vieler Krisen verstehen. Antworten findet sie so manches Mal bei Peter Scholl-Latour. Weil er zum Beispiel wie kein Zweiter den Nahen Osten kenne, sagt sie. Und sie hoffe, dass die Menschen irgendwann einmal in Frieden miteinander auskämen. Am ersten Tag des Jahres 1943 wird sie geboren. Sie wächst in Dresden auf. Nach der 10. Klasse besucht sie das Lehrerbildungsinstitut Nossen. 1961 wird sie Grundschullehrerin in Marbach. Kinder auf dem Land zu unterrichten, damit habe sie die richtige Wahl getroffen, betont Heike Linke. In einer fast familiären Atmosphäre sei der Kontakt zu den Eltern sehr persönlich gewesen. Wie auf dem Dorf damals üblich, unterrichtet Heike Linke alle Altersklassen in mehreren Fächern. Auch in Englisch, das in den 70er Jahren als Unterrichtsfach eingeführt wird. Sie ist die Einzige in ihrer Schule, die anfangs diesen Part übernehmen kann und sich dafür viel Lehrstoff autodidaktisch aneignen muss. Weil sie sich zudem noch für Geschichte interessiert, belegt sie ein Fernstudium in diesem Fach. 1991 wird die Marbacher Schule eine „reine Grundschule“ und Heike Linke die Schulleiterin. Sie bleibt es bis zur Auflösung der Einrichtung. Ab 2000 unterrichtet sie Grundschüler in Leubsdorf und Erdmannsdorf. Drei Jahre später verlässt sie den Schuldienst, obwohl sie gern noch ein paar Wochenstunden gegeben hätte. Doch dafür fehlen die Möglichkeiten. So hat Heike Linke Zeit für Reisen, klassische Musik, das Fitnessstudio und das „Frauenturnen“. Liebevoll kümmert sie sich auch um ihren 93-jährigen Vater, der im Seniorenheim lebt. Heike Linke ist stolz auf ihre beiden Söhne, von deren Vater sie getrennt ist und zu dem sie sich ein „sehr gutes Verhältnis“ bewahrt hat. Dass sie aus dem Erzgebirge stamme, das zu betonen, darauf legt die 66-Jährige Wert. Lange Erfahrung habe ihn gelehrt, dass eigene Anschauung durch nichts zu ersetzen sei, schreibt Scholl-Latour. Das meint auch Heike Linke und träumt von einer Reise nach Nordamerika …
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