MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Heinz Liebschner

„Es ist doch besser zufrieden sein mit wenigem als Gold und Güter haben und ein kaltes Herz.“ (Wilhelm Hauff)

Heinz Liebschner

Facharbeiter für Elektromaschinenbau
Eintracht 12
04703 Leisnig

1933 als Sohn einer Hausfrau und eines kaufmännischen Angestellten geboren, verlebte Heinz Liebschner seine Kindheit in einem Siedlerhaus in Döbeln, umgeben von Natur. Der Krieg trübte diese Idylle. Fliegeralarm unterbrach die Schulstunden, Tiefflieger schossen auf alles was sich bewegte. Er erinnert sich an den Bombenangriff auf Dresden und den blutroten Himmel danach. Und auch daran, wie die Mutter mit den Kindern auf das Feld floh, um den Fliegerangriffen zu entgehen. Angst prägte das Jungen-Leben genauso wie die Neugier bei Entdeckungsgängen auf den nahen Schießplatz. Den Einmarsch der Russen mit Panjo-Wagen (Pferdewagen) und Kühen im Schlepp (zur Eigenversorgung) hat er gut in Erinnerung. Satt zu essen gab es nicht, tauschen und hamstern war Alltag. „Mutter hat ihre Nähmaschine gegen einen Zentner Kartoffeln verscherbelt....", erzählt er und dass die Rationen die es auf der Lebensmittelkarte gab nur zwei statt vier Wochen reichten. „Was man gebrauchen konnte, hat man heimgeschleppt...“ berichtete er vom Überleben. Von jung an zog es ihn zur Musik. Vom Döbelner Fanfarenzug wechselte er in den Betriebsfanfarenzug des VEB Elektrowärme Döbeln. Hier begann er auch seine Berufsausbildung, lernte im VEB Elektromotorenwerk Döbeln aus. Als Facharbeiter Elektromaschinenbau wurde er für zwei Jahre zur Warnow-Werft Warnemünde delegiert, kehrte dann danach dem Betrieb den Rücken. Beim Eisenbahnbrückenbau fand er neue Herausforderung und arbeitete auf verschiedenen Baustellen. Des „Herumziehens müde“ blieb er nach Wohnraumzuweisung erst regional bei der Eisenbahn tätig, wechselte dann in die BHG (Bäuerliche Handelsgenossenschaft) und wurde in der Ladekolonne tätig. „Alles Handarbeit....schwere Arbeit.....“, denkt er zurück an diese Zeit, und erzählt davon meist Nachtarbeit geleistet zu haben, wegen der 50 % Zuschläge. Eine Tonne Kohle schippen für 60¬–84 Pfennig (je nach Kohlensorte) war Knochenarbeit. Doch die Familie musste versorgt werden. 1957 hatte Heinz Liebschner seine Frau Ingeborg (verstorben 2012) geheiratet, die Töchter Sabine (geb. 1956, Kindergärtnerin, zwei Kinder) und Kerstin (geb. 1959, Verwaltungsangestellte, zwei Kinder) wurden geboren. Ingeborg erkrankte schwer, wurde zeitig Invalidenrentnerin. Heinz Liebschner arbeitete 30 Jahre in der BHG, ging 1990 über eine Vorruhestandsregelung in die Rente. So hatte er Zeit seine Frau zu unterstützen, mit ihr noch Gemeinsamkeit zu erleben. Er erinnert sich an die Wendezeit. Früh um 4.30 wegen der Arbeit aufgestanden, hatte er Nachrichten gehört und konnte es kaum glauben. Gespannt verfolgte er ab da die Entwicklungen. Er sah die Kollegen nach und nach „verschwinden“, konnte aber endlich auch die Alpen sehen, erfüllte sich damit einen sehnlich gehegten Wunsch. Heinz Liebschner besitzt einen ausgeprägten Familiensinn. Er ist stolz auf seine Familie und freut sich, dass sie in der Region lebt und der Kontakt damit erhalten bleibt. Mit der Region fühlt er sich verbunden. Der Briefmarken-Sammelleidenschaft ist er seit über 50 Jahren verfallen. Ein spezielles Sammelgebiet hat er nicht. „Ich sammle alles“, lacht er fröhlich und auf die Frage was ihn ärgerlich macht, weiß er keine Antwort. Er ist zufrieden mit dem was er erreicht hat und wie sein Leben heute ist.
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