MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Christel und Peter Lier

„Erwarte das Glück nicht auf seltenen Wegen. Such es im Alltag.“ (Marie Hüsing)

Christel und Peter Lier

Staakener Weg 18
06849 Dessau-Roßlau
Fon: 0340 / 8582969

Die Eheleute Lier sind das, was man Kriegskinder nennt: 1941 und 1943 geboren, erlebten sie im Kleinkindalter die Bombardierung Dessaus, danach die kargen Zeiten der Nachkriegszeit und Peter Lier den Verlust des Vaters der aus dem Krieg nicht mehr heimkehrte. Acht Jahre besuchten beide die Schule und nahmen im Anschluss eine Lehre auf. Die Möglichkeiten waren begrenzt, doch Peter Lier hatte Glück: Schon früh hatte er den Wunsch Tischler zu werden und er fand eine entsprechende Ausbildungsstelle in der privaten Restaurierungswerkstatt Helmut Mörbitz (1955–1958). Mit dem Facharbeiterbrief als Restaurator in der Tasche blieb er im Ausbildungsbetrieb, musste jedoch 1962 seinen Wehrdienst antreten. Seine Frau Christel hatte er bereits zuvor kennengelernt. Geheiratet wurde während der Armeezeit (Wehrpflicht ab 1962) – wegen der Aussicht auf Wohnraum, finanziellen Zuschüssen und Sonderurlaub. Das junge Paar hatte Zukunftspläne, der Verdienst als Restaurator lag nur zwischen 600 und 800 Mark und jede Mark zählte. Peter Lier nutzte Feierabendtätigkeiten um wirtschaftlich voranzukommen, versuchte ein Gewerbe anzumelden, sich selbstständig zu machen. Nachdem ihm die Erlaubnis versagt blieb wechselte er 1984 an das Dessauer Theater, wurde Werkstattleiter der Tischlerei und Lehrausbilder (18 Lehrlinge ausgebildet). Ab 1990–2017 arbeitete er zudem bei der IHK als Prüfer. Erfüllt von der Vielseitigkeit seiner Tätigkeit, dem kollektiven Zusammenhalt und dem besseren Verdienst, war er auch nach Renteneintritt gerne noch aushilfsweise weiter tätig. Bis heute bestehen Verbindungen zu Kollegen und ehemaligen Lehrlingen, werden gemeinsame Unternehmungen gepflegt. Gleiches berichtet auch Christel Lier von ihren ehemaligen Arbeitskollegen. Nach der Schulzeit trat sie in die Fußstapfen ihrer Mutter, lernte den Beruf Verkäuferin bei der Konsumgenossenschaft. Lebensmittelmarken, lose Milch in Milchkannen, lernte sie noch kennen. Mit der Geburt von Tochter Maika 1967 (sorgte für eine Enkeltochter) und folgender beruflicher Auszeit, gelang die Rückkehr in den Beruf nicht. In der Kinderkrippe wurde sie als Küchenleiterin tätig und blieb zehn Jahre mit Begeisterung dabei. Durch Vermittlung von Bekannten und mittels eigner Weiterbildung gelang der Wechsel in eine Sachbearbeitertätigkeit (Kosteneinzieher) beim Gericht. Wieder lebte sich Christel Lier schnell in die neuen Aufgaben ein, war bereits zehn Jahre aktiv – dann kam die Wende und mit ihr umfassende Struktur- und Personaländerungen. Christel Lier blieb im öffentlichen Dienst mit geringfügigen Änderungen der Dienststellen und Aufgabenbenennung, jedoch nicht der Arbeitsaufgaben. Über die Altersteilzeit ging sie in die Rente, freute sich darauf das von den Eheleuten bewohnte Haus mit Garten ihrer Eltern zu genießen. Die Gesundheit meinte es in den folgenden Jahren nicht gut mit den Liers, bestimmt den Umfang ihrer Aktivitäten heute. Und doch sind beide einig, wenn sie sagen: „Wir waren früher zufrieden und wir sind heute zufrieden.“ Mit Freunden genießen sie ihre freie Zeit, wenn sie nicht „friemeln“ (er – Holzarbeiten) oder „blümeln“ (sie – alle Arbeiten mit Blumen) und das wollen das noch lange gesund tun können.
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